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Gefährliches Muskelspiel Putins: Russland schickt Flotte in Ostsee - während Nato-Manöver

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Von: Richard Strobl

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Vier Schiffe der Marine, das Versorgungsschiff Tender „Elbe“ (l), ein Minensuchboot und zwei Minenjagdboote laufen aus dem Hafen Kiel zur Verstärkung der Nato-Nordflanke in die Ostsee aus.
Vier Schiffe der Marine, das Versorgungsschiff Tender „Elbe“ (l), ein Minensuchboot und zwei Minenjagdboote laufen aus dem Hafen Kiel zur Verstärkung der Nato-Nordflanke in die Ostsee aus. © Axel Heimken/dpa

Parallel zu einem Nato-Manöver hat Russland nun mit einer größeren Truppenübung seiner Baltischen Flotte in der Ostsee begonnen.

Kaliningrad - Während in nächster Nähe der Ukraine-Krieg weiter tobt, gibt es nun in der Ostsee ein gefährliches Muskelspiel. Daran beteiligt: Die Nato - unter der Leitung der USA - und Russland.

Pikante Russland-Übung in der Ostsee - während laufendem Nato-Manöver

Parallel zu einem Nato-Manöver in der Ostsee hat Russland nun eine eigene größere Truppenübung dort gestartet und seine Baltische Flotte in die Ostsee geschickt. Beteiligt sind an der Übung demnach mehr als 20 Kriegsschiffe und Boote. Das teilte das russische Militär nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax am Dienstag mit. Dazu gehören neben Korvetten und Fregatten auch Raketenboote, U-Boot-Zerstörer und Landungsboote. Auch U-Boot-Abwehrflugzeuge vom Typ Il-38 und Kampfhubschrauber gehören zum Geschwader.

Ende Juli 2022 gibt es ausführlichere Infos über die russischen Atom-U-Boote in der Ostsee, die auch nördlich von Deutschland gesichtet wurden. Videoaufnahmen dokumentieren die Begegnung eines deutschen Spezialschiffes mit der „Vepr“.

Nach Angaben des russischen Militärs handelt es sich um planmäßige Gefechtsübungen. Trotzdem ist der Zeitpunkt pikant: Bis Mitte des Monats läuft in der Ostseenoch das Nato-Manöver „Baltops 2022“ mit 45 Schiffen unter Führung der US-Marine. An der Übung sind 45 Schiffe betieligt.

Putin-Antwort auf Nato-Manöver? Gestiegene Spannungen in der Ostsee-Region

Die Aktivität der russischen Truppen in der Ostseeregion ist spürbar gestiegen. Anfang Mai hatte die russische Armee bereits in der Ostsee-Exklave Kaliningrad ein größeres Militärmanöver abgehalten und dabei auch den Abschuss von Iskander-Raketen simuliert. Die Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von offiziell bis 500 Kilometern können sowohl mit konventionellen als auch atomaren Sprengköpfen bestückt werden. Im April hatte das russische Verteidigungsministerium eine mehrwöchige Übung zur Überprüfung der Einsatzbereitschaft der Baltischen Flotte, gestartet.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind auch im Ostseeraum die Spannungen gewachsen. Schweden und Finnland haben einen Antrag auf einen Beitritt zur Nato gestellt. Hochrangige russische Politiker wie Ex-Präsident Dmitri Medwedew drohten mit der Stationierung von Atomwaffen im Ostseeraum. Die nun gestartete Übung wirkt fast wie eine Antwort Wladimir Putins auf das laufende Nato-Manöver. (dpa/rjs)

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