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Ukraine setzt Kopfgeld auf berüchtigten „russischen Terroristen“ Girkin aus

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Von: Tim Vincent Dicke

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Igor Girkin
Igor Girkin soll für den Absturz des Malaysa-Airlines-Flugs MH17 über der Ukraine verantwortlich sein. (Archivbild) © Bulent Kilic/AFP

Er fordert extreme russische Methoden im Ukraine-Krieg: Igor Girkin. Nun setzt der ukrainische Militärgeheimdienst ein hohes Kopfgeld auf den Hardliner aus.

Kiew – Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat den berüchtigten Hardliner und russischen Separatistenführer Igor Girkin inmitten des Ukraine-Kriegs auf die Terrorliste gesetzt. Für die Ergreifung des einstigen russischen Geheimdienstoffiziers zahlt die Ukraine 100.000 Dollar (rund 103.000 Euro) Kopfgeld.

Der russische Nationalist hatte 2014 den Separatistenaufstand im Donbass angeführt. Girkin, bekannt unter seinem Decknamen „Strelkow“ wird vorgeworfen, am Abschuss des Malaysa-Airlines-Flugs MH17 über der Ukraine beteiligt gewesen zu sein. Beim Absturz der Maschine im Juli 2014 starben alle 298 Personen an Bord.

Ukraine-Krieg: Girkin fordert von Russland harte Gangart

„Die Hauptverwaltung für Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums garantiert die Auszahlung von 100.000 Dollar für die Übergabe von Igor Girkin (Strelkow) in ukrainische Gefangenschaft“, teilte der Militärnachrichtendienst am Sonntag (16. Oktober) auf seiner Webseite mit.

Girkin hatte zuletzt monatelang die seiner Meinung nach ungenügende Härte gegen Ukrainerinnen und Ukrainer, die Unfähigkeit der russischen Militärführung und die teils absurden Erfolgsmeldungen des Generalstabs kritisiert. Er forderte eine Generalmobilmachung in Russland für einen großen Krieg gegen den Nachbarn. „Die Spezial-Militäroperation ist völlig gescheitert“, sagte Girkin im Mai.

„Seit März haben wir einen vollwertigen Krieg. Aber bis jetzt haben sich die russischen Behörden, das Verteidigungsministerium und der Generalstab so verhalten, als gäbe es keinen Krieg“, legte Girkin später noch einmal nach. Der Ukraine-Konflikt sei bereits „komplett verloren“. Er warnte sein Publikum in einem Video, dass der Krieg bis zur totalen Niederlage Russlands andauern würde.

„Kein Kriegsverbrecher wird seiner Strafe entgehen“

Laut russischen Militärbloggern ist Girkin nach der Ausrufung der Teilmobilmachung durch Kreml-Chef Wladimir Putin inzwischen selbst wieder in ein Freiwilligenbataillon eingetreten, um in der Ukraine zu kämpfen.

Dies scheint auch in der Ukraine nicht unbemerkt geblieben zu sein. „Es ist bekannt, dass einer der bekanntesten russischen Terroristen beschlossen hat, sich wieder am Krieg gegen unseren Staat zu beteiligen“, hieß es vom ukrainischen Nachrichtendienst. Eigenen Angaben zufolge hat die Ukraine Verfahren gegen Girkin wegen „terroristischer Aktivitäten, Folter, Mord und Verletzung der staatlichen Souveränität“ eingeleitet. „Kein Kriegsverbrecher wird seiner Strafe entgehen“, warnte der HUR den Hardliner. (tvd/dpa)

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