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Ukraine-Krieg: Russland ist beim Kampf um Cherson unterlegen

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Von: Vincent Büssow

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Die Ukraine ist Russland im Süden mittlerweile überlegen, was den Einsatz von Artillerie betrifft. Warum also ist Cherson noch nicht zurückerobert?

Cherson – Seit Wochen sind die Blicke im Ukraine-Krieg auf den Süden des Landes gerichtet. Nachdem die Streitkräfte der Ukraine im Herbst ihre erfolgreiche Gegenoffensive gestartet hatten, schien es nur eine Frage der Zeit, bis die strategisch wichtige Hafenstadt Cherson zurückerobert wird.

Seitdem stockt der Fortschritt an der südlichen Front jedoch, wobei widersprüchliche Berichte über einen möglichen Rückzug der russischen Truppen für zusätzliche Verwirrung sorgen. Einem aktuellen Bericht der New York Times zufolge sind sich ukrainische Kommandeure und internationale Beobachter jedoch einig, dass das einst unterlegende Land inzwischen die Oberhand über Russland gewonnen hat.

Ein polnisches Artilleriegeschütz vom Typ AHS Krab feuert auf russische Stellungen in der Region Donezk.
 Aufnahme vom 20. Oktober 2022.
Die Ukraine hat die Oberhand über Russland gewonnen, was den Kampf mit Artillerie betrifft. (Archivbild) © Uncredited/dpa

News zum Ukraine-Krieg: Westliche Waffen verschaffen der Ukraine deutlichen Vorteil

Grund dafür ist zum einen die Nutzung moderner Waffensysteme aus verbündeten Staaten wie den USA. Satellitengesteuerte Langstreckenraketen helfen der Ukraine, Ziele auch weit hinter der Front präzise zu treffen. Die Systeme von Russland hingegen seien ungenauer und haben eine geringere Reichweite, so ein ukrainischer Kommandeur gegenüber der New York Times.

Kampf um Cherson: Russlands Feuerrate im Ukraine-Krieg nimmt deutlich ab

Daneben hat sich die Feuerrate der Angreifer seit Kriegsbeginn deutlich verringert, wobei Beobachter schon seit längerem davon ausgehen, dass Russlands Raketenarsenal im Ukraine-Krieg zur Neige geht. Während die Truppen unter Wladimir Putin noch im Sommer zehnmal so viele Artilleriegeschosse abfeuerte wie die Ukraine, sei dieser Wert nun ausgeglichen.

Trotz der Überlegenheit will die Ukraine die Hafenstadt nicht übereifrig stürmen. Ukrainische Kommandeure sind sich bewusst, dass es sich bei den Berichten über die russische Vorbereitung zum Rückzug aus Cherson auch um eine Falle von Putin handeln könnte. Gleichzeitig seien die Pläne der ukrainischen Anführer nach eigener Aussage auch unvorhersehbar. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Situation im Süden entwickelt. (vbu)

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