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Putins Bluthund Kadyrow will seine minderjährigen Söhne in Ukraine-Krieg schicken

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Von: Tim Vincent Dicke

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Der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow bei eine Rede in der Hauptstadt Grozny.
Der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow hat angekündigt, seine eigenen Kinder in den Ukraine-Krieg zu schicken. (Archivbild) © Yelena Afonina/imago

Er gilt als blutrünstiger Diktator: Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow will seine minderjährigen Kinder für Russland in den Ukraine-Krieg schicken.

Grosny – Immer mehr Soldaten müssen für Kreml-Chef Wladimir Putin in den Ukraine-Krieg ziehen – und sterben. Die Teilmobilmachung reicht dem berüchtigten Chef der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, offenbar aber nicht aus. Er will seine eigenen Söhne im Teenageralter in den bewaffneten Konflikt schicken.

Der als „Putins Bluthund“ bekannte Machthaber plant eigenen Aussagen zufolge drei seiner minderjährigen Söhne in den Ukraine-Konflikt zu entsenden. Die zwischen 14 und 16 Jahre alten Jugendlichen Achmat, Selimchan und Adam seien bereit, ihre antrainierten Kampffertigkeiten nun bei der „militärischen Spezialoperation“ für Russland einzusetzen, schrieb Kadyrow am Montag (3. Oktober) auf Telegram.

Ukraine-Krieg: „Putins Bluthund“ Kadyrow droht Gegnern

„Und ich scherze nicht. (...) Bald werden sie an die Front geschickt und werden sich an den schwierigsten Abschnitten der Kontaktlinie aufhalten.“ Dazu veröffentlichte er ein Video, das seine Söhne bei Schießübungen zeigt. An politische Gegner – nicht nur in der Ukraine – wandte er sich mit drohenden Worten. „Wir sind überzeugt, dass selbst minderjährige Kinder in der Lage sein werden, euch in Stücke zu schlagen, weil ihr keinen Geist, keine Ehre und keine Würde habt. Wartet darauf!“, so der Tschetschene.

Kadyrow, der für seinen brutalen Führungsstil im muslimisch geprägten Tschetschenien im Nordkaukasus bekannt ist, hat sich seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine als einer der glühendsten Kriegsbefürworter hervorgetan. Er steht auch im Ruf, russische Gesetze ohne Folgen für ihn zu umgehen. Schon mehrfach kritisierte er nach russischen Niederlagen nicht zuletzt die militärische Führung seines Landes scharf und forderte weitreichende Konsequenzen.

Kreml äußerte sich nicht zu Kadyrow-Ankündigung

Kürzlich sprach er sich gar dafür aus, den Einsatz von nuklearen Waffen in Betracht zu ziehen. „Meiner Meinung nach sollten noch drastischere Maßnahmen ergriffen werden, bis hin zur Verhängung des Kriegsrechts in den Grenzgebieten und dem Einsatz von Atomwaffen mit geringer Sprengkraft“, schrieb Kadyrow auf Telegram.

Angesprochen auf Kadyrows harte Kritik am Verlauf des in Moskau weiter nur als „militärische Spezialoperation“ bezeichneten Kriegs sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag lediglich: „Die Regionalchefs haben die Befugnis, ihren Standpunkt zu äußern und Bewertungen abzugeben.“ Zur geplanten Heranziehung von Kadyrows Kindern als Soldaten äußerte er sich zunächst nicht. (tvd/dpa)

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