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Frau fordert russischen Raketenangriff auf Deutschland

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Von: Tim Vincent Dicke

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Gegendemonstration gegen Pro-russische Kundgebung in Dresden
Rund 200 Menschen haben am Montag (10. Oktober) gegen den Ukraine-Krieg protestiert – eine Frau verschmähte die Demonstrierenden. (Archivfoto) © Daniel Schäfer/dpa

In Dresden protestieren Menschen gegen den Ukraine-Krieg. Eine Frau macht sich darüber lustig – und bittet Putin um einen Raketenangriff auf die Demo.

Dresden – Ein in Dresden aufgenommenes Video sorgt derzeit in den sozialen Netzwerken für große Aufregung. In einem rund zehn Sekunden langen Clip beleidigt eine russischsprachige Frau Menschen, die in der ostdeutschen Stadt gegen den russischen Angriffskrieg protestieren – und fordert einen Angriff aus Russland auf die Bundesrepublik.

Offenbar ist das Video auf dem Dresdner Neumarkt am Montagabend (10. Oktober) entstanden. Dort hatten sich laut Sächsischer Zeitung rund 200 Menschen versammelt, um gegen die massiven russischen Raketenangriffe auf die Straße zu gehen. Wenige Stunden zuvor hatte die russische Armee insgesamt 83 Raketen auf die Ukraine abgefeuert. 45 davon seien von der Luftabwehr abgeschossen worden, meldete das ukrainische Verteidigungsministerium. Einige davon schlugen trotzdem ein, unter anderem auf einem Spielplatz in der Hauptstadt Kiew.

Ukraine-Krieg: Video aus Dresden schockiert

Doch diese Brutalität im Ukraine-Konflikt ist der Frau, die in dem Video zu hören ist, nicht genug. Gut zu verstehen ist sie nicht, es fehlen auch Teile des Videos. Bei dem, was die Frau jedoch vermeintlich gesagt haben soll, stockt vielen Nutzer:innen auf Twitter der Atem. „Wladimir Wladimirowitsch, die hatten heute nicht genug. Hier in Dresden könnten wir auch einen Angriff vertragen“, übersetzt ein User das Gesagte ins Deutsche. Wladimir Wladimirowitsch sind die beiden Vornamen von Kreml-Chef Putin. Unabhängig verifizieren ließen sich die Informationen nicht.

Größere Aufmerksamkeit erreichte das Video, als es vom Twitter-Kanal Nexta geteilt wurde. Das „größte osteuropäischen Medium“ – wie es sich selbst beschreibt – hat auf dem Kurznachrichtendienst mehr als eine Million Abonnent:innen und berichtet über die Geschehnisse im Ukraine-Krieg, aber auch über die Menschenrechtslage im Putin-treuen Belarus.

Wer ist die russischsprachige Frau?

Nach anderthalb Stunden schaltete sich die Polizei Sachsen ein. „Wir haben das Video gesichert und leiten den Sachverhalt an die zuständigen Kolleginnen und Kollegen zur Prüfung weiter“, reagierten die Beamten unter dem Nexta-Beitrag. Auf Nachfrage bestätigte die Polizei, dass ihr das Video bekannt ist. „Es gibt einen Anfangsverdacht einer Straftat“, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Dresden. Die Behörde habe ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es stehe allerdings noch nicht fest, ob es um Volksverhetzung oder einen anderen Straftatbestand geht.

Kommentaren auf Twitter zufolge handelt es sich bei der Erstellerin des Clips um eine Russlanddeutsche, die in Sachsen ein Restaurant betreibt. „Bei uns sind zahlreiche Hinweise zu der möglichen Person eingegangen“, sagte der Polizeisprecher darauf angesprochen. Weitere Informationen würden derzeit jedoch nicht vorliegen. (tvd)

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