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Putin-Armee meldet angebliche Erfolge im Ukraine-Krieg: Moskau will Waffenproduktion beschleunigen

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Russland feiert "Tag des Sieges"
Wladimir Putin bei der Parade am 9. Mai 2019 (Archivbild). © Pavel Golovkin / dpa

Seit Beginn des Ukraine-Krieges will Wladimir Putins Armee hunderte Hubschrauber und Flugzeuge des ukrainischen Militärs abgeschossen haben.

München – Im Ukraine-Krieg meldet die russische Führungsebene immer wieder, alles liefe nach Plan. Obwohl Kremlchef Wladimir Putins Angriffskrieg aktuell stockt, seine Soldaten etwa mit unzureichender Ausrüstung kämpfen und das ukrainische Militär russischen Truppen mächtig zusetzt, kriegt die russische Bevölkerung inmitten der Propaganda nur selten schlechte Nachrichten zu hören. Lieber werden militärische Erfolge groß aufgearbeitet.

Moskau meldet Erfolge: 200 Hubschrauber und 367 Flugzeuge zerstört

Nun berichtete das russische Verteidigungsministerium von angeblichen Verlusten des ukrainischen Militärs. Seit Beginn der von Moskau als solche bezeichneten „militärischen Spezialoperation“ habe man etwa 367 Flugzeuge und 200 Helikopter der ukrainischen Armee zerstört, behauptete Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow bei seinem jüngsten Briefing laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Auch bei anderen, militärischen Objekten meldete er hohe Zerstörungszahlen, die sich allerdings nicht unabhängig verifizieren lassen.

Putin-Ministerium spricht von „Vormarsch“ in Donezk – und behauptet hohe ukrainische Verluste

Konaschenkow sprach in seinem täglichen Briefing auch über angeblich hohe Verluste unter ukrainischen Soldaten im Nordosten und Osten der Ukraine. So habe man bei Angriffen in der Nähe von Kupjansk im Oblast Charkiw mehr als 50 ukrainische Soldaten getötet. Etwas weiter im Süden, bei Lyman im Oblast Donezk, habe man mehr als 60 ukrainische Soldaten „eliminiert“ sowie drei gepanzerte Fahrzeuge und drei Pick-Ups zerstört.

Zuletzt hatte Kiew Behauptungen aus Moskau zurückgewiesen, wonach bei einem Angriff auf Kramatorsk 600 ukrainische Soldaten getötet worden seien. Damit dürfte die russische Militärführung darauf abgezielt haben, eine Antwort auf den schweren Silvesterschlag der ukrainischen Armee zu produzieren.

In Donezk sei das russische Militär im Vormarsch, behauptete Konaschenkow außerdem. Dabei habe man mehr als 80 ukrainische Soldaten in den letzten 24 Stunden getötet. Allein im Süden des Donezk-Gebiets hätten russische Truppen mehr als 40 Ukrainer „eliminiert“, hieß es aus dem Ministerium. Zudem habe man im Laufe des vergangenen Tages zwei amerikanische Radarstationen zerstört sowie ein Su-25 Kampfflugzeug, ein Mig-29 Kampfflugzeug und ein Mi-8 Helikopter abgeschossen.

Inmitten Ukraine-Krieg: Moskau will Waffeninventar ausbauen – auch nukleare Waffen

Inmitten des Angriffskrieges gegen die Ukraine unternimmt Russland jetzt auch immer kräftigere Schritte in Richtung erhöhter Produktion von Waffen und militärischer Ausrüstung. So kündigte der stellvertretende Chef des russischen Sicherheitsrates, ehemaliger Präsident sowie Putin-Freund Dimitri Medwedew an, mittels einer neu zu errichtenden Arbeitsgruppe werde man die Produktion von Waffen und Ausrüstung kontrollieren. Die nötige Resolution hierfür habe er bereits unterschrieben, sagte er laut Tass.

Verteidigungsminister Sergei Schoigu kündigte ebenfalls Schritte an. Der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge meldete er die Absicht Russlands, das Inventar an Angriffswaffen zu erweitern. Angesichts der von Putin auferlegten Aufgaben sei es eine Priorität für das Ministerium, die Fähigkeiten des russischen Militärs auszubauen, betonte er.

Dazu gehören offenbar auch Putins Atomwaffen. Der Kreml-Minister versicherte, Russland werde nukleare Land-, Luft- und Seestreitkräfte weiterentwickeln und ihre Kampffähigkeit aufrechterhalten, „da der nukleare Schild der wichtigste Garant der Souveränität und territorialen Integrität unseres Staates ist und bleibt“. (bb)

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