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Russlands rote Linie: Kampfjet-Lieferung als „Nato-Beteiligung“ am Ukraine-Krieg?

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Von: Franziska Schwarz

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Russlands Vize-UN-Botschafter Dmitri Poljanski. (Archivbild)
Russlands Vize-UN-Botschafter Dmitri Poljanski. (Archivbild) © Li Muzi/www.imago-images.de

Polen will Kampfjets sowjetischen Typs an die Ukraine abgeben – russischer Top-Diplomat reagiert auf die Pläne prompt und direkt.

New York – Eine weitere rote Linie aus dem Kreml? Russlands Vize-UN-Botschafter Dmitri Poljanski sieht die Nato „direkt involviert“ in den Ukraine-Krieg, sobald auch nur eines ihrer Mitglieder Kiew mit Kampfjets beliefert. Das sagte Poljanski in einem am Donnerstag (9. März) publizierten Youtube-Interview. 

„Es gibt viele Hinweise, dass der Westen nicht gewillt ist, die Wirklichkeit zu akzeptieren, sondern die Situation lieber eskalieren will“, führte Poljanski laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass in dem Gespräch aus. „Zuerst gab es die Entscheidung, Kampfpanzer zu liefern, was das Militärgeschehen in der Ukraine natürlich nicht ändern wird“, zeigte sich Poljanski überzeugt. Kampfjet-Lieferungen aber würden „eine direkte Beteiligung der Nato implizieren“. Er begründete diese Einschätzung mit der erforderlichen Wartung und den benötigten Landebahnen für diese Kampfjets, „von denen es in der Ukraine nicht so viele gibt“.

„Stellen Sie sich vor, diese Kampfjets starten von Polen aus, bewegen sich dann im ukrainischen Luftraum und kehren zur Wartung nach Polen zurück. Ist Polen in diesem Fall involviert? Ich würde sagen, ja.“

Dmitri Poljanski im Gespräch mit Jackson Hinkle
Dmitri Poljanski im Gespräch mit Jackson Hinkle © Screenshot: Youtube @@TheDivewithJacksonHinkle

Polen und Slowakei wollen Kiew im Ukraine-Krieg Kampfjets liefern

Ebenfalls am Donnerstag hatte die Slowakei angekündigt, zusammen mit Polen Kampfflugzeuge des sowjetischen Typs MiG-29 an die Ukraine zu liefern. „Ich glaube, es ist Zeit für die Entscheidung. Die Menschen in der Ukraine sterben. Wir können ihnen tatsächlich helfen. Daher bleibt kein Raum mehr zum Politisieren. Das ist unmenschlich und unverantwortlich“, mahnte der slowakische Verteidigungsminister Jaroslav Nad.

Die Slowakei könnte der Ukraine nach Angaben des Verteidigungsministers zehn einsatzfähige Flugzeuge übergeben. Nad hatte zuvor schon angedeutet, dafür eine Kompensation aus Deutschland oder einem anderen Nato-Land zu erwarten. Polen verfügt noch über etwa 30 Maschinen der MiG-29.

Auch Lettlands Regierungschef Krisjanis Karins hat sich kürzlich für Kampfjet-Lieferungen an die Ukraine ausgesprochen Sowohl US-Präsident Joe Biden als auch Kanzler Olaf Scholz (SPD) hingegen haben eine Lieferung von Kampfjets bislang abgelehnt. (frs)

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