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Flugverbotszone über Ukraine? Warum Russlands Raketenangriffe schiefgehen könnten

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Von: Lucas Maier

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Nach Einschätzung der stellvertretenden Ministerpräsidentin der Ukraine ist das Land näher an einer Flugverbotszone als je zuvor. Auslöser wären russische Angriffe.

Kiew – Luftangriffe hinterlassen in Kriegen großen Schaden, die zivilen Opfer sind oft hoch, die Zerstörungen immens. Deshalb wird in Kriegsgebieten immer wieder versucht, den Luftraum zu schließen. Sogenannte Flugverbotszonen sorgen dafür, dass weder Angriffe mit Kampfjets noch durch Raketen erfolgen können.

Um eine solche Zone einzurichten, bedarf es jedoch einer starken militärischen Überlegenheit im Luftraum und in Luftabwehr. Die Ukraine und Präsident Wolodymyr Selenskyj haben seit dem 24. Februar international immer wieder um Unterstützung in Form einer solchen Zone gebeten. Die letzten militärischen Aktionen von Russland haben die Ukraine nach Auffassung der stellvertretenden Ministerpräsidentin Olha Stefanishyna so nah an eine Schließung des Luftraumes gebracht wie noch nie. Das berichtet die US-Onlinezeitung Newsweek.

Ukraine-Krieg: Massiver Angriff auf Städte im ganzen Land

Am Montag (10. Oktober) und Dienstag (11. Oktober) griff Russland Städte auf dem gesamten Gebiet der Ukraine aus der Luft an. Fast 100 Raketen sorgten für „massive Zerstörung“. In der Folge der Angriffe brachen teils Stromnetze, Wasserversorgung sowie die Internetverbindung zusammen, wie Newsweek schreibt. Die Angriffe wurden als Infrastruktur-Blitz aus Moskau beschrieben.

Für die Stefanishyna stellt der Gewaltakt ein Zeichen der Verzweiflung dar. „Fast die Hälfte dieser Raketen wurde von den Luftabwehrsystemen der Ukraine zerstört, und alle Stromnetze wurden bereits wiederhergestellt“, gab die Politikerin am Donnerstag (13. Oktober) gegenüber Newsweek an und weiter: „Die Russen geben Hunderte Millionen Dollar aus, nur um zu zeigen, dass sie verzweifelt sind.“

Waffen für die Ukraine: Staaten erhöhen Militärhilfe in Folge von russischem Angriff

Als Reaktion auf die Angriffe haben einige Staaten, unter anderem die USA, Deutschland und Spanien, ihre Militärhilfen für die Ukraine verstärkt beziehungsweise beschleunigt. Vor allem die Lieferung von Luftabwehrsystemen wurde erhöht, was der Verteidigungsminister der Ukraine Oleksii Reznkiov mit den Worten „eine neue Ära der Luftverteidigung“ lobte.

Ukraine-Krieg: Flugverbotszone scheint nach russischem Angriff immer wahrscheinlicher.
Ukraine-Krieg: Flugverbotszone scheint nach russischem Angriff immer wahrscheinlicher. (Archivbild) © SNA/IMAGO-Images

Den Angriffen von Montag und Dienstag fielen mindestens 19 Menschen zum Opfer, über 100 wurden durch diese verletzt, wie Newsweek berichtet. Es gelte jetzt dafür zu sorgen, dass beim nächsten Angriff der Luftraum der Ukraine zu 100 Prozent geschützt sei, so Stefanishyna. Bereits bei den letzten Angriffen sei rund die Hälfte der russischen Raketen von der Luftabwehr abgefangen worden.

Nato lehnt Flugverbotszone über Ukraine ab

Die Nato und westliche Staaten haben die Forderung eines geschlossenen Luftraums in der Vergangenheit mehrfach abgelehnt. Der Generalsekretär Stoltenberg begründete die Ablehnung im März 2022 damit, dass die Einrichtung einer Flugverbotszone über der Ukraine zu einem Krieg zwischen Russland und der Nato führen könnte, wie der Nachrichtenkanal Kameraone berichtet.

Die Haltung des Westens hat sich in der Wahrnehmung der stellvertretende ukrainischen Ministerpräsidentin Olha Stefanishyna, massiv verschoben. „Die Verschiebung ist sehr ernst; wir können es an den Erklärungen erkennen“, Stefanishyna gegenüber Newsweek. Von den westlichen Partnern forderte sie einen „Null-Toleranz“-Ansatz gegenüber Russland. (Lucas Maier)

Die Nato scheint unterdessen eine Manöver mit Atomwaffen vorzubereiten.

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