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Ukraine-Krieg: Russland kündigt Feuerpause für Mariupol an – Rotes Kreuz skeptisch

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Von: Karolin Schäfer

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Der Fluchtkorridor aus Mariupol soll wieder geöffnet werden. Dazu kündigt Russland eine Feuerpause an. Die aktuellen Entwicklungen aus Mariupol im News-Ticker.

+++ 13.00 Uhr: Aufatmen in Mariupol: Russland hat offenbar eine Feuerpause für die schwer zerstörte Hafenstadt Mariupol in der Ukraine angekündigt. Die Waffenruhe soll am Freitag (01.04.2022) um 09.00 Uhr MESZ in Kraft treten und die Evakuierung der Bewohner ermöglichen.

Ein Sprecher des Roten Kreuzes in Genf sagte jedoch: „Es ist noch nicht sicher, ob das heute stattfinden wird.“ Die Ukraine und Russland hätten zwar zugestimmt, doch müsse noch sichergestellt werden, dass auch die Soldaten in Mariupol entsprechend informiert seien. Außerdem hätten sich beide Seiten noch nicht auf einen Zielort für die Flüchtlinge geeinigt.

Eine Einwohnerin von Mariupol in der Ukraine und ein Kind vor einem zerstörten Gebäude.
Eine Einwohnerin von Mariupol in der Ukraine und ein Kind vor einem zerstörten Gebäude. © Sergei Bobylev/imago-images

Ukraine-Krieg: Russland behindert Evakuierung aus Mariupol – 100.000 Menschen eingeschlossen

+++ 11.50 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben es nicht zugelassen, dass Hilfsgüter in die belagerte Stadt Mariupol gelangen, sagte ein Berater des Bürgermeisters der Stadt am Freitag (01.04.2022). Für die eingeschlossenen Bewohner ist es nach wie vor äußerst schwierig, die Stadt zu verlassen. Dies meldet CNN.

„Die Stadt bleibt für den Zutritt gesperrt und es ist sehr gefährlich, sie mit dem eigenen Fahrzeug zu verlassen. Darüber hinaus haben die Besatzer seit gestern kategorisch keinerlei humanitäre Hilfe in die Stadt gelassen, nicht einmal die kleinste Menge“, sagte Petro Andriuschtschenko in einer Erklärung auf Telegram.

„Die Gründe für solche Aktionen sind noch unklar, aber wir bleiben skeptisch. Wir sehen keinen wirklichen Willen der Russen und ihrer Helfer, den Bewohnern von Mariupol die Evakuierung in das ukrainisch kontrollierte Gebiet zu ermöglichen.“

Ukraine-Konflikt - Mariupol
Die Hafenstadt Mariupol ist im Ukraine-Krieg weiter hart umkämpft. © Victor/dpa

Ukraine-Krieg: 100.000 Zivilisten in der Stadt eingeschlossen

+++ 11.10 Uhr: Noch immer ist die Lage im besetzten Mariupol kritisch. Frankreich erklärte am Donnerstag (31.03.2022), der Evakuierungskorridor sei „unzureichend“, um eine Rettung aus der Stadt zu ermöglichen.

Die ukrainische Ministerin Iryna Vereshchuk sagte, dass etwa 100.000 Zivilisten in der Stadt eingeschlossen seien, die seit Wochen unter dem Bombardement der russischen Streitkräfte leidet.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bereitet sich dessen ungeachtet darauf vor, die sichere Ausreise von Zivilisten aus Mariupol zu ermöglichen.

+++ Update, 10.25 Uhr: Laut Informationen der Ukraine bleibt die Lage in Mariupol angespannt. Die Evakuierung der im Ukraine-Krieg hart umkämpften Stadt sollte bereits angelaufen sein, doch wird angeblich von Russland blockiert. Die Busse, die die Menschen aus Mariupol bringen sollen, seien von Russlands Armee blockiert worden.

„Die Stadt bleibt geschlossen und es ist sehr gefährlich, sie mit dem eigenen Auto zu verlassen“, sagte Petro Andriushchenko, Mitglied des Stadtrats, gegenüber dem Nachrichtensender CNN. Russland würde keinerlei Lieferungen durch die Blockade lassen.

Mariupol soll endgültig evakuiert werden

Erstmeldung: Mariupol – Evakuierungsaktionen für Zivilistinnen und Zivilisten im eingekesselten Mariupol sind bislang mehrfach gescheitert. Nun soll am Freitagmorgen (01.04.2022) erneut ein humanitärer Korridor für die noch rund 100.000 festsitzenden Menschen aus der Hafenstadt geschaffen werden.

Der Korridor von Mariupol ins 220 Kilometer entfernte Saporischschja werde ab 9 Uhr MESZ „wieder geöffnet“, erklärte das russische Verteidigungsministerium am Donnerstag (31.03.2022). Zuvor hatten Bundeskanzler Olaf Scholz* (SPD*) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron* die Aktion vom Kreml-Chef gefordert.

Lage in Mariupol: Bevölkerung soll mit Bussen evakuiert werden

Mit 45 Bussen wollen das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sowie Vertreterinnen und Vertreter des UN-Flüchtlingskommissars zahlreiche Menschen aus der umkämpften Stadt herausholen und zugleich zwei Lastwagen mit Hilfsgütern in das strategisch wichtige Mariupol liefern. Die noch verbliebene Bevölkerung sei seit Wochen von jeglicher Versorgung abgeschnitten, berichtete Agence France-Presse (afp). Hilfsorganisationen beschreiben die humanitäre Situation als katastrophal. In der Vergangenheiten gestalteten sich bisherige Evaluierungsversuche schwierig. Wie CNN berichtete, wurden am Donnerstag 14 Tonnen Hilfsgüter, darunter Lebensmittel und Medikamente, von russischen Truppen beschlagnahmt und 45 Busse blockiert.

Allerdings müssten sich nach Einschätzungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Mariupol und auch weitere Regionen im Osten und Süden der Ukraine auf noch heftigere Angriffe Russlands vorbereiten. Dass die russische Regierung angekündigt habe, die Angriffe auf Kiew* und Tschernihiw im Norden des Landes zurückzufahren, sei „Teil ihrer Taktik“, erklärte Selenskyj in der Nacht zum Freitag in einer Rede.

Ukraine-Krieg: Russische Armee konzentriert sich auf Donbass und Mariupol

Stattdessen wolle sich die russische Armee auf andere Gebiete konzentrieren, „in denen es schwierig für uns sein kann“, warnte der Staatschef. Deshalb seien im Donbass, Mariupol und der Gegend um Charkiw „gewaltige Angriffe“ zu befürchten.

Militärexperten zufolge will Russland die Gebiete zwischen dem Donbass und der annektierten Krim-Halbinsel einnehmen. Doch der erbitterte Widerstand ukrainischer Streitkräfte in Mariupol stellt das Haupthindernis dar. (kas mit afp)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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