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Mariupol: „Eindeutige Muster“ von Menschenrechtsverletzungen durch Russland

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Von: Peter Rutkowski

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Die ukrainische Hafenstadt Mariupol steht im Ukraine-Krieg im Mittelpunkt. Die OSZE sieht Menschenrechtsverletzungen durch russische Truppen.

Mariupol – Eine Ehrenbezeugung am Tag 49 des Krieges verdienen Estlands Frauen, die an diesem Mittwoch in ihrer Hauptstadt Tallinn die russische Botschaft umringten und gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und Kindern in der Ukraine demonstrierten: die Hände auf dem Rücken gefesselt, schwarze Plastiksäcke über dem Kopf, „Blut“ auf ihrer Unterwäsche und an den nackten Beinen. Russland tut nichts, um die Vorwürfe gegen die Soldaten seiner Invasionstruppen zu entkräften – der Kreml dementiert bloß. Aber niemand hört mehr darauf.

Während die russischen Truppen weiterhin versuchen, entlang der alten Frontlinie von 2014 aus dem Donbass in Richtung Westen durchzubrechen, unternimmt Moskau seine erste ernstzunehmende Propaganda-Offensive: Im immer noch umkämpften Mariupol durften ausgesuchte Medienschaffenden einer Tour des russischen Militärs durch die weitgehend zerbombte Stadt folgen. Dabei wurde den Leuten aus dem Westen vorgeführt, wie man – sehr professionell – im Häuserkampf vorgeht.

Ein Soldat der prorussischen Separatisten steht vor einem zerstörten Haus in der ukrainischen Stadt Mariupol.
Ein Soldat der prorussischen Separatisten steht vor einem zerstörten Haus in der ukrainischen Stadt Mariupol. (Archivfoto) © Alexei Alexandrov/dpa

Ukraine-Krieg: OSZE berichtet von Menschenrechtsverletzungen im Mariupol

Faktisch hat der Kreml aber auch eine Erfolgsmeldung: Gut 1000 ukrainische Marineinfanteristen, Teil der Verteidigungskräfte der seit dem 28. Februar belagerten Hafenstadt am Asowschen Meer, haben sich ergeben. Ihnen waren Munition und Nahrung endgültig ausgegangen. Seit Beginn der Kämpfe hatte niemand sie versorgen können. Nach Angaben Kiews konnten am Mittwoch wegen russischer Störmanöver keine Fluchtkorridore dort geöffnet werden, Mariupols Stadtverwaltung von schätzt die zivilen Todesopfer auf bis zu 22 000.

Aktuelle Entwicklungen im Ukraine-Krieg

Die Lage in der Ukraine verschärft sich weiter, militärisch als auch humanitär: alle aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg.

Fachleute der OSZE berichteten am Mittwoch, sie hätten „eindeutige Muster“ für die Verletzung der Menschenrechte durch die russischen Streitkräfte während der ganzen bisher sieben Wochen des Krieges gefunden. (Peter Rutkowski)

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