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Mariupol: Russische Truppen nehmen Moschee unter Beschuss

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Von: Nina Büchs

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Mariupol ist seit mehr als zehn Tagen von der russischen Armee eingekesselt, die Lage in der Hafenstadt am Asowschen Meer ist dramatisch. 

+++ 10.40 Uhr: Die russische Armee hat in der belagerten ukrainischen Hafenstadt Mariupol nach ukrainischen Angaben eine Moschee angegriffen, in der sich mehr als 80 Zivilisten aufhielten. Unter den mehr als 80 Erwachsenen und Kindern, die in der Moschee Schutz gesucht hätten, seien auch türkische Staatsbürger gewesen, teilte das ukrainische Außenministerium mit. Die Moschee sei von den „russischen Invasoren bombardiert“ worden, erklärte das Ministerium, das zunächst keine Angaben zum Zeitpunkt des Angriffs machte.

Mariupol
Die Lage in Mariupol spitzt sich zu. © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Update vom Samstag, 12.03.2022, 08.00 Uhr: Die Lage Lage im seit mehr als zehn Tagen von der russischen Armee eingekesselten Mariupol wird immer dramatischer. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz berichtete von katastrophalen Bedingungen für die noch rund 300.000 in der Stadt eingeschlossenen Zivilisten. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen warnte vor einer „unvorstellbaren Tragödie“.

+++ 21.05 Uhr:  In der belagerten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol ist die Zahl der getöteten Zivilistinnen und Zivilisten ukrainischen Angaben zufolge auf 1582 gestiegen. Die humanitäre Lage in Mariupol sei katastrophal, hieß es weiter in einer Mitteilung des Stadtrats vom Freitagabend im Nachrichtenkanal Telegram. Mehrere Versuche, Menschen zu evakuieren, sind in den vergangenen Tagen gescheitert.

Nach Angaben der Stadt werden dringend Lebensmittel, Trinkwasser und Nahrungsmittel benötigt. Heizung und Strom sind ausgefallen. Viele Einwohner suchen in Kellern Schutz vor Angriffen. Auch am Freitag habe ein Hilfskonvoi aus der Stadt Saporischschja nicht bis nach Mariupol vordringen können, meldete die Agentur Ukrinform.

Der Statistik der Vereinten Nationen zufolge sind bisher landesweit etwas mehr als 560 tote Zivilisten belegt. Die Ukraine geht von deutlich höheren Zahlen aus.

Auch die prorussischen Donezker Separatisten verzeichnen steigende Totenzahlen in ihren Reihen. Seit dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine vor gut zwei Wochen seien bisher rund 200 Kämpfer getötet worden, teilten sie am Abend mit.

Ukraine-Krieg: Brücken und Zufahrten nach Mariupol nach russischen Angaben zerstört

+++ 19.30 Uhr: Die Lage in der ukrainischen Stadt Mariupol ist weiter dramatisch. Am Mittwoch (09.03.2022) sollen russische Streitkräfte eine Geburtenklinik in der Stadt bombardiert haben. Nun zeigen Satellitenbilder das Ausmaß der Zerstörung in der Stadt. Laut RND wurden die Bilder vom Unternehmens Maxar erstellt. Zu sehen sind unter anderem zerstörte Wohnhäuser und ein verwüstetes Einkaufszentrum im Westen der Stadt.

Auch die Regierung der Ukraine berichtet in den sozialen Medien über die mutmaßlichen russischen Bombardierungen. Sowohl der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj als auch Außenminister Dmytro Kuleba teilten Videos von der Zerstörung einer Klinik in Mariupol.

Verzweiflung in Mariupol – Brücken und Zufahrten zur Stadt nach russischen Angaben zerstört

+++17.16 Uhr: Nach Angaben Russlands ist die südostukrainische Hafenstadt Mariupol blockiert. „Alle Brücken und Zufahrten zur Stadt sind zerstört“, sagte Generaloberst Michail Misinzew vom russischen Verteidigungsministerium am Freitag (11.03.2022) in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax. Misinzew behauptete, dass ukrainische „Nationalisten“ die Hauptstraßen von Mariupol vermint hätten und wahllos das Feuer eröffnen würden. „Damit zwingen sie die Bevölkerung, in ihren Häusern zu bleiben“, sagte er weiter.


Ukraine-Krieg: Lieferung mit Lebensmitteln und Medikamenten unterwegs nach Mariupol

+++ 16.34 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Freitag (11.03.2022) in einer Videoansprache mitgeteilt, dass 12 neue Fluchtkorridore in der Ukraine eingerichtet worden seien. Es seien Lieferungen mit Lebensmitteln und Medikamenten auf dem Weg in die Städte und Gemeinden. Auch in Mariupol sollen die Lieferungen ankommen, berichtet CNN.

Selenskyj sagte weiter, habe das ukrainische Militär einen „Waffenstillstand sichergestellt, damit diese humanitären Korridore funktionieren können“. Er warnte, dass Russland, wenn es „wieder anfängt zu schießen und die Rettung der Menschen behindert, eine Antwort von der Welt erhalten“ werde. Die Route von Mariupl und Volnovakha waren in der vergangenen Woche wiederholt blockiert worden.

Ukraine-Krieg: Situation in Mariupol kritisch – acht Lastwagen mit humanitärer Hilfe unterwegs

+++ 16.05 Uhr: Die Lage in Mariupol ist weiter kritisch, berichtet der Guardian auf Berufung auf das ukrainische Innenministerium. Vadym Denysenko, ein Berater des Innenministeriums, sagte, es sei unklar, ob acht Lastwagen mit humanitärer Hilfe heute den südlichen Hafen erreichen können, heißt es in einem Reuters-Bericht.

+++ 15.10 Uhr: In Mariupol herrscht Verzweiflung. Aus der südöstlichen Stadt der Ukraine gibt es kein Entkommen. Mariupol steht unter andauerndem Beschuss, sagte der Vizebürgermeister Sergej Orlow (Update, 11.03.2022, 13.05 Uhr). Auf beiden Seiten häufen sich die Verluste. Nach Angaben der Ukraine sind offenbar bislang 12.000 russische Soldaten seit dem Beginn des Krieges getötet worden. Zudem seien unter anderem 57 Kampfflugzeuge und 1.165 gepanzerte Personenkraftwagen zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Kyiv Independent veröffentlichte dazu eine Grafik auf Twitter:

Ukraine-Krieg: Verzweiflung in Mariupol – Medikamente und Lebensmittel fehlen

+++ 14:02 Uhr: Der Sender Phoenix veröffentlichte am Freitag (11.03.2022) auf Twitter ein Video der ZDF-Auslandsreporterin Kathrin Eigendorf, die über den Krieg in Mariupol berichtet. Die Reporterin erzählte, dass Menschen in Mariupol sterben würden, weil Medikamente und Lebensmittel fehlten. An eine diplomatische Lösung glaube dort niemand. „Die Menschen hier setzen darauf, dass sie diesen Krieg nur mit Unterstützung des Westens gewinnen können“, so Eigendorf. Eine zentrale Forderung sei, den Luftraum der Ukraine zu schließen.

Ukraine-Krieg: Gefährliche Lage in Mariupol – „Stadt ist unter ständigem Beschuss“

+++ 13.05 Uhr: Der Krieg in Mariupol wird für die Zivilbevölkerung immer gefährlicher. Wichtige Versorgungseinrichtungen seien zerstört worden und alle Versuche, Menschen über sichere Fluchtrouten aus der Stadt zu bringen, seien bislang fehlgeschlagen, so Mariupols Vize-Bürgermeister Sergej Orlow am Freitag (11.03. 2022) im ARD-Mittagsmagazin. Orlow wirft den russischen Streitkräften vor, die Evakuierung in der südöstlichen Stadt in der Ukraine bewusst zu behindern: „Die Stadt ist unter ständigem Beschuss und Bombardement von Flugzeugen und Raketenbeschuss durch die russische Armee und außerdem haben sie die Stadt von allen Richtungen abgeschnitten“, so Orlow. Beispielsweise würden keine humanitären Lastwagen in die Stadt gelassen und keine medizinische Hilfe für die Bürger zur Verfügung gestellt.

Rund 200.000 Bürger in Mariupol wollen derzeit vor dem Krieg fliehen, so die Einschätzung Orlows. Nach offiziellen Angaben sollen in Mariupol bislang 1.207 Zivilisten ums Leben gekommen sein. „Ich weiß nicht, wie ich die Zerstörungen in unserer Stadt beschreiben soll. Die Stadt existiert eigentlich nicht mehr. Die Bilder von Grosny und von Aleppo - so sieht Mariupol im Augenblick aus“, so Orlow. Die Armee der Ukraine sei sehr tapfer, aber gegen die Luftangriffe der russischen Armee hätte man keine Waffen, um das Leben der Zivilisten zu schützen.

Ukraine-Krieg: Gefährliche Lage in Mariupol – „Es gibt viele Leichen auf der Straße“

+++ 12.45 Uhr: In Mariupol harren noch immer viele Menschen ohne Wasser, Strom, Nahrung und Medikamente aus. Die 29-jährige Julia war zuvor als Lehrerin in Mairupol tätig, gemeinsam mit ihrem Mann konnte sie fliehen. Ihre Schwiegermutter ist jedoch immer noch dort. Per Telefon hatten sie zuletzt Kontakt. Dabei berichtete ihre Schwiegermutter von unablässigen Angriffen und von vielen Toten im Ukraine-Krieg. „Es gibt viele Leichen auf der Straße und niemand begräbt sie. Sie liegen dort tagelang. Manchmal werden sie eingesammelt und in einem großen Grab verscharrt“, sagt Julia.

+++ 11.45 Uhr: Im Ukraine-Krieg hat Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk neue Fluchtrouten zur Evakuierung der Zivilbevölkerung aus den umkämpften Gebieten angekündigt. Zur seit Tagen belagerten Hafenstadt Mariupol im Gebiet Donezk sagte sie am Freitag (11.03.2022): „Wir warten und hoffen, dass heute diese Route funktioniert.“ Es seien Lastwagen mit Hilfsgütern und leere Busse aus Saporischschja in Richtung Mariupol unterwegs. Unter anderem soll auch im Donezker Gebiet ein Versuch gestartet werden, Menschen aus Wolnowacha nach Pokrowsk zu bringen.

+++ 11.00 Uhr: In Mariupol spitzt sich die Lage zu. Derzeit leben nach ukrainischen Angaben noch 300.000 Menschen dort. Sie sind abgeschnitten von der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Wasser, Medikamenten, Strom und Gas. Sollte Mariupol nun fallen, würde dies den Zusammenschluss der russischen Truppen mit Einheiten aus der Krim und dem Separatistengebiet im Donbass ermöglichen.

Ukraine-Krieg: Dramatische Lage in Mariupol – Kämpfe um Nahrungsmittel

Erstmeldung von Freitag, 11.03.2022, 10:30 Uhr: Mariupol – In der südostukrainischen Hafenstadt Mariupol ist nichts mehr, wie es einmal war. Straßen und Gebäude liegen in Schutt und Asche. Menschen, die noch nicht vor dem Krieg flüchten konnten, fürchten um ihr Leben und um das ihrer Liebsten. Auch viele Todesopfer haben die Luftangriffe Russlands dort bereits gefordert. Erst am Mittwoch starben nach ukrainischen Angaben bei einem Bombenangriff auf eine Geburtsklinik drei Menschen, 17 wurden schwer verletzt. Am 16. Tag des Krieges in der Ukraine spitzt sich die Lage in Mariupol immer weiter zu.

Ukraine-Krieg: Lage in Mariupol dramatisch – Menschen leben dort ohne Wasser und Strom

Am Donnerstag (10.03.2022) veröffentlichte das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) ein Video auf Twitter. Darin berichtete Sascha Wolkow, Leiter des IKRK, über die katastrophale Lage der Menschen in Mariupol. Wie er erzählt, hätten Bewohner dort seit Tagen Geschäfte und Apotheken geplündert. Die Menschen leben dort ohne Wasser und Strom. Es gibt Kämpfe um Nahrungsmittel, manche saugten auch Benzin aus den Tanks parkender Autos ab, so Sascha Wolkow weiter. Es sind dramatische Szenen, die sich im Krieg in der Ukraine abspielen.

Wegen der Kälte und der Feuchtigkeit würden die Menschen dort krank, viele hätten außerdem kein Trinkwasser, so der IKRK-Leiter. In den Kellerräumen, die größeren Schutz vor Luftangriffen bieten, dürften sich nur Frauen und kleine Kinder aufhalten.

Ukraine-Krieg: Evakuierung der Zivilbevölkerung in Mariupol scheitert wegen anhaltendem Beschuss

Wie das Nachrichtenportal Kyiv Independent auf Berufung des Bürgermeisters Wadym Bojtschenko berichtet, ist die Evakuierung der Zivilbevölkerung wegen anhaltendem Beschuss erneut gescheitert. Bojtschenko sagte zudem in einem Video, dass humanitäre Hilfe nun den sechsten Tag in Folge die Stadt nicht erreichen konnte.

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich in einem Video dazu. Selensykj sagte, dass Russland Evakuierungsaktionen in Mariupol und Wolnowacha verhindert habe. In der Videobotschaft aus der Nacht zu Freitag (11.03.2022) beschuldigte er das russische Militär, einen Fluchtkorridor aus Mariupol angegriffen zu haben. „Die russischen Truppen stellten das Feuer nicht ein. Trotzdem habe ich beschlossen, einen Fahrzeugkonvoi nach Mariupol zu schicken, mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten“, sagte der Präsident der Ukraine in dem Video. „Aber die Besatzer haben einen Panzerangriff genau dort gestartet, wo dieser Korridor verlaufen sollte.“ Er bezeichnete den Angriff als einen Akt „unverschämten Terrors von erfahrenen Terroristen“.

Ukraine-Krieg: Menschen in Mariupol sind verzweifelt – Kampfflugzeuge schießen auf Wohngebiete

Seit Tagen sind die Menschen in Mariupol nun also in ihrer Stadt eingeschlossen und hoffen, dem Krieg zu entkommen und die Tage dort zu überstehen. Immer wieder gibt es Luftangriffe, in der Ukraine ist nichts mehr so, wie es war. Der Bürgermeister von Mariupol, Wadym Boitschenko, erklärte in einem Video, russische Kampfflugzeuge hätten am Donnerstag „alle 30 Minuten“ Wohngebiete in der Stadt angegriffen und „Zivilisten, ältere Menschen, Frauen und Kinder getötet“. (nb mit AFP/dpa)

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