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Kampf um die Krim: Fällt die Halbinsel, könnte Putins Regierung zusammenbrechen

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Von: Kilian Bäuml

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Die Putin-Regierung könnte zusammenbrechen, wenn es der Ukraine gelingt, die Krim zurückerobern – viele russische Bewohnerinnen und Bewohner fliehen bereits.

Kiew – Am Donnerstag (1. Dezember) äußerte sich Refat Tschubarow, ein Führer der Krimtatar:innen in einem Interview, in einem Video des ukrainischen Radio NV. Währenddessen wird berichtet, dass viele russische Bewohner:innen aus der Krim fliehen, da sie befürchten, dass die Ukraine die Halbinsel im Schwarzmeer zurückerobern könnte.

Die Halbinsel sei für den russischen Staatschef von außergewöhnlicher Bedeutung. Viele gehen davon aus, dass die Regierung von Putin zusammenbricht, falls der Ukraine eine Rückeroberung gelingt, berichtet die US-amerikanische Zeitung newsweek.

Schwarzer Rauch quillt aus einem Feuer auf der Krim-Brücke, nachdem ein Lastwagen in der Nähe von Kertsch explodiert ist. Der Vorfall, der wahrscheinlich von der ukrainischen Armee ausging, ereignete sich am 8. Oktober 2022.
Schwarzer Rauch quillt aus einem Feuer auf der Krim-Brücke, nachdem ein Lastwagen in der Nähe von Kertsch explodiert ist. Der Vorfall, der wahrscheinlich von der ukrainischen Armee ausging, ereignete sich am 8. Oktober 2022. © AFP

Ukraine möchte Krim zurückerobern: Russland könnte kollabieren

In einer Fernsehansprache am 29. August schwor der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Krim zurückzuerobern. „Dieser Krieg, der mit der Besetzung unserer Krim durch Russland und dem Versuch, den Donbass einzunehmen, begann, muss genau dort enden – auf der befreiten Krim, in den befreiten Städten des Donbass, wenn unsere Truppen die Staatsgrenze der Ukraine erreichen“, sagte Selenskyj damals in seiner Rede. „Wir haben dieses Ziel immer im Auge behalten. Wir vergessen es nicht.“

Tschubarow sagt dazu: „Dieses ukrainische Territorium ist für Wladimir Putin extrem wichtig. Es ist die Frage seines Lebens und nicht nur eine politische“, weiter sagt er: „Daher ist es klar, dass Russland, insbesondere im Stadium der unvermeidlichen Niederlage, alle seine Agenten und Kräfte mobilisieren wird, um die Krim für sich zu behalten.“

Putin will Krim verteidigen: Viele Russen erwarten ukrainischen Vormarsch

Das britische Verteidigungsministerium stellte am 18. November fest, dass Russland seine Streitkräfte neu formiert. Wahrscheinlich, um sie auf einen Vorstoß der Ukraine auf die Krim vorzubereiten. Russische Einheiten sollen demnach neue Grabensysteme nahe der Grenze zur Krim errichten.

In einem Beitrag des Radiosenders NV am 18. November erklärte Emil Ibragimov, der Leiter der Krim-Projekt- und Bildungsplattform Q-Hub, dass russische Bewohner der Krim diese nun verlassen, da sie einen Vormarsch der Ukraine erwarten. „Das heißt, wir sehen diesen Trend und können daraus schließen, dass es sich dabei natürlich um Panik und Angst handelt, dass die [ukrainischen] Streitkräfte in der Lage sein werden, die Krim in naher Zukunft zu befreien“, sagte Ibragimov.

Von russischer Seite wurde die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Mittwoch (30. November) von der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti mit den Worten zitiert, die Pläne der Ukraine, die Krim „mit Gewalt“ zurückzuerobern, bestätigten „die Präsenz von Drohungen aus Kiew“. (Kilian Bäuml)

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