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Unterstützer von Wladimir Putin: Diese Männer halten ihm im Ukraine-Krieg den Rücken frei

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Von: Teresa Toth

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Der russische Präsident Wladimir Putin kapselt sich ab – doch seine engen Vertrauten halten zu ihm.
Der russische Präsident Wladimir Putin kapselt sich ab – doch seine engen Vertrauten halten zu ihm. © Alexei Nikolsky/dpa

Es sind Männer aus dem Sicherheitsapparat, dem Militär, Geheimdiensten und Polizei: Die engsten Vertrauten von Wladimir Putin, die den Ukraine-Krieg unterstützen.

Moskau – Über die Jahre hat sich der russische Präsident Wladimir Putin immer weiter isoliert. Die Corona-Pandemie schien dies zu verstärken: Aus Angst vor dem Coronavirus war Putin nur noch mit großem Abstand zu seinen Gästen zu sehen – den Kreml verließ er kaum noch. Und auch politisch scheint sich Putin zu verschanzen. Allein ist er jedoch nicht: Seine engsten Vertrauten halten zu ihm und unterstützen seinen Krieg gegen die Ukraine.

Es sind die so genannten Silowiki, Vertreter aus dem Sicherheitsapparat, Militär, Geheimdienst und Polizei – meist Wegbegleiter aus dem KGB –, die an Putins Seite stehen. Eine informelle, geschlossene Gemeinschaft aus Männern um die 70, die sowjetischen Mythen weitertragen und instrumentalisieren, um die jetzige nicht demokratische Regierung zu legitimieren.

Vertraute von Wladimir Putin im Ukraine-Krieg: Sergej Shoigu leitet die Militäraktionen in der Ukraine

Dazu gehört Sergej Shoigu, ehemaliger Minister für Katastrophenschutz. Trotz Putins selbst gewählter Isolation verbringt der 66-Jährige viel Zeit mit dem Präsidenten, fährt sogar mit ihm in den Urlaub nach Sibirien. Seit er 2012 zum Verteidigungsminister ernannt wurde, baute er die russischen Streitkräfte neu auf – er gilt als Organisationstalent und Staatsfanatiker. Der Putin-Vertraute war bereits 2014 bei der Annexion der Krim involviert und hat immer wieder öffentlich behauptet, dass die Krim russisch sei und bleibe. Im Ukraine-Konflikt ist er letztlich für alle Militäraktionen verantwortlich.

Putins VertrautePosition
Sergej ShoiguVerteidigungsminister
Nikolai PatruschewRussischer Offizier
Alexander BortnikowLeiter des Geheimdienstes FSB
Sergej NaryschkinChef des Auslandsgeheimdienstes SWR
Viktor SolotowDirektor der Nationalgarde

Als einer der einflussreichsten Männer gilt Putins Vertrauter Nikolai Patruschew. Er ist russischer Offizier, entstammt dem KGB und kommt ebenso wie Putin aus Leningrad, dem heutigen Sankt Pe­tersburg. Nachdem Putin Präsident wurde, ernannte er den 70-jährigen Patruschew 1999 zum Chef des mächtigen Inlandsgeheimdienstes FSB. Damit war er sowohl am zweiten Tschetschenienkrieg sowie an den opferreichen Terroranschlägen maßgeblich beteiligt. Patruschew gilt zudem als Verschwörungstheoretiker: In Interviews behauptet er etwa, der Westen wolle Russland zerstören.

Ebenfalls ein wichtiger Verbündeter des russischen Präsidenten ist der 70-jährige Alexander Bortnikow, ein alter KGB-Mann und Nachfolger von Patruschew: Seit 2008 leitet er den FSB. Er studierte wie Putin in Leningrad und arbeitete schon seit den Siebzigerjahren für den sowjetischen Geheimdienst. Vor allem weil Putin das FSB selbst leitete, vertraut er Bornikow und seinen Informationen.

Vertraute von Wladimir Putin im Ukraine-Krieg: Vom SWR erhält Putin Informationen aus dem Ausland

Sergej Naryschkin, Chef des Auslandsgeheimdienstes SWR geriet zuletzt vor allem wegen eines Versprechers in einer öffentlichen Sitzung des Sicherheitsrats in die Schlagzeilen. Im Gespräch mit Präsident Putin sprach er sich versehentlich für eine russische Einverleibung der von der Ukraine abtrünnigen „Volksrepubliken Luhansk und Donezk“ aus – Putin korrigierte ihn, dass es darum nicht gehe. Naryschkin ist 67 und leitet den SWR seit 2016. Vor allem wegen dieser Stellung ist er für den Präsidenten essentiell: Über den SWR erhält Putin zahlreiche Informationen aus dem Ausland und damit auch über die Ukraine.

Als mit Abstand loyalster Vertrauter des russischen Machthabers gilt der 68-jährige Viktor Solotow. Er ist der derzeitige Direktor der Nationalgarde Russlands und Mitglied des Sicherheitsrates Russlands. Auch er stammt aus dem sowjetischen Geheimdienst KGB. Bevor er der Direktor der Nationalgarde wurde, war er der Chef von Putins Wachdienst. Die Nationalgarde gilt als eine der wichtigsten innenpolitischen Machtinstrumente der russischen Regierung und spielt damit eine entscheidende Rolle im Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Alle neuen Entwicklungen im Ukraine-Krieg im News-Ticker. (tt)

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