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Putins Frist läuft ab – doch seine Truppen machen keinen Fortschritt

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Von: Nadja Austel

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Das Militär des russischen Präsidenten Wladimir Putin macht im Ukraine-Krieg keine Fortschritte. Die von ihm gesetzte Frist läuft am 15. September ab.

Moskau – Der russische Präsident Wladimir Putin befahl am 24. Februar die Invasion seiner Truppen in die Ukraine. Der Grund, den er für diesen Angriffskrieg nannte, war die angeblich gewünschte „Befreiung“ von der prorussischen Bevölkerung einer separatistischen Region innerhalb der Ukraine. Zu diesem vermeintlichen Separatistengebiet gehören Donezk und Luhansk. 

Ursprünglich hatte Putin auf einen schnellen Sieg gegen den kleineren osteuropäischen Nachbarn gehofft. Doch die russischen Truppen wurden von der Ukraine, deren Verteidigungsanstrengungen durch die Militärhilfe ihrer Verbündeten, einschließlich der USA, unterstützt wurden, stärker als erwartet in Schach gehalten.

Putin: Russlands Truppen treten in der Ukraine auf der Stelle

Nach mehr als sechsmonatigen Kämpfen kann Russland noch immer keine nennenswerten Siege in der Ukraine verzeichnen. Laut dem Institute for the Study of War (ISW) hat das russische Militär seit dem 21. März 45.000 Quadratkilometer an Territorium verloren. In der vergangenen Woche schließlich starteten die ukrainischen Truppen sogar eine Gegenoffensive im strategisch wichtigen Cherson – die erste größere Stadt, die Russland zu Beginn des Krieges eingenommen hatte.

Berichten zufolge setzte Putin seinen Truppen unlängst eine Frist bis zum 15. September, um in der Ukraine Landgewinne zu erzielen. Genauer: Bis zu den Verwaltungsgrenzen von Donezk haben die Streitkräfte nach Willen des Präsidenten vorzustoßen. Im Juni noch besetzte Russland laut einem Bericht der US-Zeitung Newsweek etwa die Hälfte der Region, wobei unklar bleibe, inwieweit dieser Stand noch aktuell sei.

Ukraine hält die Stellung – Putins Truppen verweigern Gehorsam?

Die ukrainische Militärführung teilte am Dienstag (6. September) mit, dass ihre Truppen die russischen Soldaten erfolgreich daran hinderten, weiter nach Donezk vorzudringen. „Einheiten der Verteidigungskräfte halten ihre Stellungen und verhindern, dass der Feind tiefer in das ukrainische Territorium vordringt“, schrieb der Generalstab der ukrainischen Armee in seinem Bericht. Die Angabe deutet darauf hin, dass die russischen Streitkräfte Mühe haben, die von Putin gesetzte Frist einzuhalten.

Die russischen Verluste häufen sich zudem weiter an. Am Dienstag erklärte die Ukraine, dass seit Beginn des Konflikts im Februar mehr als 50.000 russische Soldaten getötet worden seien. Die russischen Truppen sind mit einer Reihe von Hindernissen konfrontiert, darunter mangelnde Motivation, schlechte Versorgung, unzureichende Ausbildung und inkompetente Führung – Gründe, aus denen es zu Befehlsverweigerungen kommen soll.

Der russische Präsident, Wladimir Putin (l), und der russische Verteidigungsminister, Sergei Schoigu. (Archiv)
Bis zu den Verwaltungsgrenzen von Donezk haben die Streitkräfte nach Willen des Präsidenten vorzustoßen. (Archivbild: Wladimir Putin und der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu) © Alexei Druzhinin/dpa

Ukraine-Krieg: Russland muss wohl Hilfe aus Nordkorea annehmen

Medienberichten zufolge ist Moskau mittlerweile dazu gezwungen, neue Wege der Truppenrekrutierung zu beschreiten. Im Mai hatte die Moscow Times berichtet, dass der Kreml neuen Soldaten Prämien anbietet, um sie zum Militärdienst zu bewegen. Putin wendete sich nun außerdem auch an Nordkorea, das bereits Hilfe in Form von Soldaten angeboten hatte, um neue Waffen zu kaufen.

Die Gegenoffensive in Cherson hat die Herausforderungen für Putins Militär weiter verschärft. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby, teilte mit, dass Russland bereits gezwungen war, Einheiten aus anderen Schlüsselgebieten abzuziehen, um reagieren zu können. Am vergangenen Wochenende eroberte die Ukraine denn auch ein zuvor Russland eingenommenes Krankenhaus zurück und hisste ihre Flagge darüber. (na)

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