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Selenskyj fordert schnellen EU-Beitritt der Ukraine

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Von: Helena Gries

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Die Ukraine kämpft – gegen Russland und für einen möglichst schnellen EU-Beitritt. Präsident Selenskyj hofft auf den Status des Beitrittskandidaten im Juni.

Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft, dass seinem Land schon im Juni der Status eines EU-Beitrittskandidaten zuerkannt wird. Das sagte er am Montagabend (9. Mai) in seiner täglichen Videoansprache. Stunden zuvor waren rund 1000 Seiten Dokumente als Antwort auf den berühmten Fragebogen zur EU-Mitgliedschaft an Brüssel übergeben worden.

„Heute haben wir auf unserem Weg in die Europäische Union einen weiteren Schritt gemacht, einen wichtigen und nicht nur formalen“, sagte Selenskyj. Sein Land habe am Montag die zweite Hälfte der Antworten auf den Fragebogen übergeben, den jeder Staat für den Mitgliedschaftsantrag ausfüllen muss. „Das dauert üblicherweise Monate, aber wir haben das innerhalb von Wochen erledigt.“

Ukraine: EU-Beitrittskandidat schon im Juni?

Er habe sowohl mit EU-Ratspräsident Charles Michel als auch mit Kommissionschefin Ursula von der Leyen über die europäische Integration der Ukraine gesprochen, sagte Selenskyj. Beide seien beeindruckt gewesen von der schnellen Beantwortung des Fragebogens. Er rechne mit einer positiven Antwort und dem Status des Beitrittskandidaten für die Ukraine im Juni.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf einen schnellen EU-Beitritt der Ukraine und auf die Unterstüzung von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf einen schnellen EU-Beitritt der Ukraine und auf die Unterstüzung von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. © Michael Fischer/dpa

Nach der Rede von Kremlchef Wladimir Putin zum 9. Mai beschwören deutsche Politiker erneut die Unterstützung der Ukraine im Ukraine-Konflikt. Zugleich wird deutlich, dass die Auseinandersetzungen im Ukraine-Krieg noch lange andauern und noch viele Opfer fordern könnten.

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Bundestagspräsidentin Bärbel Bas hat sich nach ihrer Rückkehr aus der Ukraine für einen baldigen EU-Beitritt des von Russland angegriffenen Landes ausgesprochen. Im ZDF sagte die SPD-Politikerin am Montagabend, sie hoffe anders als Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, „dass es nicht Jahrzehnte braucht“. Natürlich warteten auch andere Länder auf eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Verfahren und Zeitpläne müssten aber so beschleunigt werden, dass eine „echte Perspektive“ daraus werde.

Die EU-Kommission will im Juni beurteilen, ob die Ukraine offizieller EU-Beitrittskandidat werden kann. Bei einer positiven Entscheidung bräuchte es noch die Zustimmung aller EU-Staaten. Erst dann könnten Beitrittsverhandlungen beginnen. Im März hatte sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nicht konkret zum EU-Beitritt der Ukraine äußern wollen. (hg/dpa)

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