1. Startseite
  2. Politik

Russland: Putin bestellt nach Angriff auf Krim-Brücke Sicherheitsrat ein

Erstellt:

Von: Nadja Austel

Kommentare

Russlands Präsident Wladimir Putin reagiert auf den Rückschlag im Ukraine-Krieg und trifft seinen Sicherheitsrat in Moskau ein.

Moskau – Wladimir Putin hält üblicherweise wöchentlich operative Sitzungen mit dem Sicherheitsrat ab, wie die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet. Allerdings findet die für diesen Montag einberufene Konferenz nur wenige Tage nach einer großen Demütigung für Russland statt: Am Samstagmorgen (8. Oktober) beschädigte eine schwere Explosion Teile der Brücke, die die annektierte ukrainische Halbinsel Krim mit dem russischen Festland verbindet.

Das Treffen liegt zeitlich daher an einem strategischen Scheideweg für den Kreml. Zumal Russlands Invasion in der Ukraine nach militärischen Rückschlägen ins Stocken geraten ist. Die Verluste der russischen Armee nagen am Rückhalt für den Präsidenten und seine Befehlshaber. Erst kürzlich wurde die Leitung der russischen Streitkräfte in der Ukraine ausgetauscht.

Ukraine-Krieg: Demütigung für Russland – Ukrainer feiern Brücken-Explosion

Kiew äußerte sich nicht genauer zu der Explosion auf der 19 Kilometer langen Krim-Brücke oder einer möglichen Beteiligung der ukrainischen Seite. Die Brücke, die gebaut wurde, nachdem Moskau die ukrainische Halbinsel Krim annektiert hatte, wurde von Putin selbst eröffnet. Ihre Beschädigung ist somit nicht nur ein strategischer Vorteil, sondern hat vor allem symbolische Bedeutung. Die ukrainische Reaktion auf die Explosion war dementsprechend von triumphierendem Jubel begleitet.

Russlands Präsident Wladimir Putin trifft sich in Moskau mit seinem Sicherheitsrat, um über das weitere Vorgehen im Ukraine-Krieg zu beraten. (Archivbild)
000_32KW9UX.jpg © ALEXEY DANICHEV/AFP

Die plötzliche und erfolgreiche ukrainische Offensive weckt jedoch Befürchtungen, dass Putin den russischen Krieg in der Ukraine eskalieren lässt. Der Präsident der USA, Joe Biden, äußerte bereits die Befürchtung eines möglichen Einsatzes von Massenvernichtungswaffen: Zum ersten Mal seit der kubanischen Krise sei die Welt mit einer direkten Drohung mit Atomwaffen konfrontiert. Er fügte hinzu: „Ich glaube nicht, dass man ohne weiteres eine taktische Atomwaffe einsetzen kann, ohne dass es zu einem Armageddon kommt“

Ukraine-Krieg von Russland: Putin drohte bereits mit Atom-Waffen

Putin hatte bereits in einer Ansprache zur Teilmobilmachung russischer Reservisten Ende September mit Atomwaffen gedroht: „Wenn die territoriale Integrität unseres Landes bedroht ist, zum Schutz Russlands und unseres Volkes, benutzen wir unbedingt alle uns zur Verfügung stehenden Mittel“, hatte der 70-Jährige erklärt. Das sei „kein Bluff“, bekräftigte er.

Die Ergebnisse der Sitzung von Wladimir Putin und seinem Sicherheitsrat werden dementsprechend mit Besorgnis erwartet. Bereits zuvor hatte es Spekulationen darüber gegeben, ob sich der russische Präsident womöglich bereits an seinem 70. Geburtstag am vergangenen Freitag (7. Oktober) in einen Atom-Schutzbunker zurückgezogen hätte. Eine derartige Verschanzung wird von einigen Beobachtern als Vorbereitung auf nukleare Schläge gegen die Ukraine gedeutet. (na)

Auch interessant

Kommentare