1. Startseite
  2. Politik

Russland: „Putin wird sich in einem Bunker verstecken“

Erstellt:

Von: Nadja Austel

Kommentare

Nur wenige kennen den genauen Ort, an dem Präsident Wladimir Putin seinen 70. Geburtstag feiert. Kritiker sagen, er verbringe viel Zeit isoliert in Atombunkern.

Moskau – Neben einer Feier zu seinem 70. Geburtstag werde der russische Präsident Wladimir Putin seinen Ehrentag an diesem Freitag (7. Oktober) mit Arbeit verbringen, teilte der Kreml mit. Da er mit dem Ukraine-Krieg in das größte selbstverschuldete Desaster seiner Präsidentschaft von Russland verwickelt ist, stellen sich beunruhigende Fragen darüber, welche Befehlen er an seinem großen Tag erteilen könnte.

Laut einem Bericht des Nachrichtenportals The Daily Beast behaupten Menschen, die Putin seit vielen Jahren kennen, dass der russische Staatschef in diesen Tagen „nervös“ und „angespannt“ sei. Politische Online-Gruppen würden zudem darüber spekulieren, ob er „den Einsatz taktischer Atomwaffen aus einem Bunker weit weg von Moskau“ heraus plane – Beobachter des Kreml diskutierten darüber, wie ein drohendes Weltuntergangsszenario verhindert werden könnte.

Russland: Putin befördert Atomwaffen-Befürworter

Putin selbst hatte unlängst mit Blick auf die Lage in der Ukraine erklärt, wo seine Armee eine Niederlage nach der anderen erleidet, er werde mit allen „zur Verfügung stehenden Mitteln“ reagieren. Das, so fügte er hinzu, „ist kein Bluff“.

In einer alarmierenden symbolischen Geste beförderte er zudem am Mittwoch (5. Oktober) einen seiner engsten und berüchtigtsten Verbündeten, den Führer der tschetschenischen Republik, Ramsan Kadyrow, zum General. Dessen Beförderung erfolgte laut Daily Beast nur wenige Tage, nachdem er zu einer drastischeren Eskalation einschließlich des möglichen „Einsatzes von Atomwaffen mit geringer Reichweite“ aufgefordert hatte.

Ukraine-Krieg - Kupjansk
Nur wenige kennen den genauen Ort, an dem Präsident Wladimir Putin seinen 70. Geburtstag feiert. (Symbolbild) © Ashley Chan/dpa

Besorgnis in Russland – Putin spricht „aus irgendeinem Bunker über Nazis“

Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt wirkte Putins Blick vernebelt. Er hatte über Video zu einer Gruppe von Lehrern gesprochen, anlässlich des „Tages des Lehrers“. Er hätte auch diesen Anlass genutzt, über die sogenannten „Neonazis“ in der Ukraine zu schimpfen. Das „sah wirklich wahnsinnig aus“, sagte der 17-jährige Schüler Vitaly Shatrov aus St. Petersburg gegenüber The Daily Beast. „Putin, den viele wegen der Gewalt gegen das ukrainische Volk mit Hitler vergleichen, spricht mit Lehrern aus irgendeinem Bunker über Nazis.“

Putin hat den Informationen des Daily Beast eine große Auswahl an Bunkern, in die er sich zurückziehen kann. Sein meist geheimer Aufenthaltsort sei in Russland ein Thema, das die Menschen beschäftigt. Wenn er Konferenzen auf Zoom abhalte, sei nur schwer herauszufinden, wo er sich aufhalte. Während der Corona-Pandemie sei deutlich geworden, dass er mindestens zwei identische Büros habe, wovon sich eines in Moskau und das andere in einer Residenz am Schwarzen Meer in Sotschi befinde.

Putins Verbündete meinen, „Russland wird nur als Reaktion“ zuschlagen

Gennadi Gudkow, ein ehemaliger russischer Exil-Parlamentarier, erklärte gegenüber The Daily Beast, der Präsident treffe Vorsichtsmaßnahmen, während der Krieg in der Ukraine außer Kontrolle gerate. „Putin wird sich in einem Bunker verstecken, falls es zu einem Atomkrieg kommt“, sagte er.

Verbündete Putins sagen, die nuklearen Drohungen des Präsidenten würden außerhalb des Landes überinterpretiert. „Russland wird nur als Reaktion auf einen Angriff zuschlagen“, sagte der Putin-freundliche politische Analyst Jurij Krupnow gegenüber The Daily Beast. Nur die Führung verfüge über angemessene Schutzräume. Die Menschenrechtsverteidigerin Valentina Melnikova, die russischen Familien hilft, die Einberufung zu vermeiden, sagte gegenüber dem Nachrichtenportal allerdings, sie sei nicht so zuversichtlich, dass die Welt vor einem Atomkrieg sicher sei. (na)

Auch interessant

Kommentare