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Waffen für die Ukraine: Scholz sagt anhaltende Lieferungen zu

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Von: Ares Abasi

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Nachdem die Ukraine lange Zeit auf deutsche Waffenlieferungen warten muss, sagt Bundeskanzler Olaf Scholz nun militärische Hilfe zu.

Berlin - Lange hat die Bundesregierung gezögert, als sie schwere Waffen für die Ukraine versprach - und geliefert wurde bisher nichts. Anlässlich des Besuchs von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Kiew sind die Erwartungen hoch: Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, fordert, dass die deutsche Militärhilfe im Krieg mit Russland „auf ein qualitativ neues Niveau“ gehoben wird.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat der Ukraine bei seiner Reise in Kiew die anhaltende Lieferung von Waffen im Krieg gegen Russland zugesichert. „Wir werden das weiterhin tun, solange die Ukraine diese Unterstützung benötigt“, sagte Scholz bei seinem Besuch in Kiew am Donnerstag. Er machte dabei keine neuen Zusagen für Waffensysteme, verwies aber auf die angekündigten Lieferungen von Gepard-Flugabwehrpanzern, des Luftabwehrsystems Iris-T, des Ortungsradars Cobra und von Mehrfachraketenwerfern. Ein Überblick über die bisherigen Zusagen Deutschlands:

Gepard-Flugabwehrpanzer

Bereits zwei Monate nach Kriegsbeginn hat die Bundesregierung erstmals ein schweres Waffensystem zugesagt. Sie gab Ende April grünes Licht für die Lieferung von 30 ausgemusterten Gepard-Flugabwehrpanzern durch die Industrie. Sie stammen vom Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW), müssen aber instand gesetzt werden. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums sollen die ersten 15 Panzer Mitte Juli in die Ukraine gehen, die restlichen 15 bis Ende August. Die ukrainischen Soldaten sollen von der Industrie in Deutschland ausgebildet werden. Das Problem ist die Munition. Zunächst standen nur etwa 60.000 Schuss zur Verfügung, was wegen der hohen Feuerrate der Flugabwehrkanonen vielfach als zu wenig kritisiert wurde.

Ukraine-Krieg - Bundeskanzler Scholz in der Ukraine
Olaf Scholz bei seinem aktuellen Besuch in der Ukraine. © Kay Nietfeld

Panzerhaubitze 2000

Anfang Mai kündigte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) zudem die Übernahme von sieben Haubitzen 2000 aus Bundeswehrbeständen an. Die Ausbildung ukrainischer Soldaten an den auf einem Panzerfahrgestell montierten Haubitzen hat am 11. Mai in Deutschland begonnen. Sie soll nach etwa 40 Tagen - das wäre nächste Woche - abgeschlossen sein. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums werden die Haubitzen dann auch zur Verfügung gestellt.

Luftverteidigungssystem Iris-T SLM

Am 1. Juni sagte der Bundeskanzler zu, das hochmoderne Luftverteidigungssystem Iris-T SLM zu beschaffen. Damit könne man „eine ganze Großstadt vor russischen Luftangriffen“ schützen. Nach Angaben von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) wird es aber wohl erst in einigen Monaten zur Verfügung stehen. Dabei handelt es sich offenbar um Gerät, das ursprünglich nach Ägypten gehen sollte.

Ortungsradar Cobra

Scholz kündigte außerdem die Lieferung des modernen Cobra-Verfolgungsradars am 1. Juni an. Es kann zur Aufklärung von feindlichen Artilleriestellungen eingesetzt werden. Mit Blick auf Iris-T und Cobra sagte Scholz am Montag, dass diese hochmodernen Waffensysteme weltweit gefragt seien. Hier müsse die Bundesregierung erst einmal die Länder überzeugen, die seit einiger Zeit bestellen, „dass sie bereit sind zurückzutreten„.

Mehrfachraketenwerfer Mars II

Deutschland will auch Mars II-Mehrfachraketenwerfer an die Ukraine liefern. Ursprünglich waren vier Systeme angekündigt, jetzt sind es drei. Hinzu kommen nach Angaben von Lambrecht mehrere hundert Raketen mit einer Reichweite von 80 Kilometern. Die Trägerraketen sollen aus Bundeswehrbeständen stammen und im Sommer geliefert werden. Die Ausbildung an dem Waffensystem soll von den USA übernommen werden.

Panzer-Ringtausch über NATO-Partner

Seit April setzt die Bundesregierung auch auf indirekte Panzerlieferungen über östliche NATO-Partner. Länder wie Slowenien, Tschechien, Polen und Griechenland sollen die Ukraine mit Waffen aus sowjetischer Zeit beliefern und modernen Ersatz aus Deutschland erhalten. Über bereits abgeschlossene Ringtauschgeschäfte gibt es jedoch keine Angaben. (Ares Abasi/AFP)

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