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Ukraine-Krieg: Kiew hat noch sechs Wochen Zeit, bevor der Schlamm kommt

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Von: Moritz Serif

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Laut Fachleuten gibt es mehrere Faktoren, die die Chancen der Ukraine im Krieg gegen Russland definieren. Das Wetter ist einer davon.

Kiew – Nach Einschätzung amerikanischer Geheimdienste hat das ukrainische Militär in den nächsten sechs Wochen die Chance, Gewinne gegen die russische Armee im Ukraine-Krieg zu verzeichnen. Dafür müsste Kiew allerdings seine Vorstöße fortsetzen können, bevor die eigenen Truppen witterungsbedingt durch Schlamm zu einer Pause gezwungen werden. Der Schlamm hatte bereits im Frühjahr russischen Truppen Probleme bereitet. Viele Fahrzeuge blieben im Matsch stecken und Soldaten mussten zu Fuß weiterziehen.

Nach der Ansicht aus den USA ist die Wahrscheinlichkeit eines weitreichenden Zusammenbruchs der russischen Streitkräfte gering. Einzelne russische Einheiten könnten jedoch angesichts des anhaltenden ukrainischen Drucks Probleme bekommen, zitiert die New York Times. Dann könnte die Kiewer Armee die Rückeroberung von Städten im Donbass fortsetzen und möglicherweise die Stadt Cherson einnehmen, die in diesem Krieg eine wichtige Rolle spielt.

News zum Ukraine-Krieg: Kämpfe mit Russland dauern noch an

Die Kämpfe würden wahrscheinlich noch Monate andauern werden. Mehrere Dinge könnten für die Entwicklung des Konflikts von besonderer Bedeutung sein, so die Fachleute.

Mit Prognosen und Bewertungen hält man sich aber zurück, da es sehr schwierig sei, Kriegsereignisse zu beurteilen. So habe die Ukraine Russland beispielsweise in der Schlacht um Kiew besiegt. Während des Sommers rückte Russland allerdings immer wieder in das Landesinnere vor.

Kämpfe zwischen Russland und Ukraine werden noch intensiver

In den vergangenen Tagen haben die Kämpfe an Intensität zugenommen. Dennoch sagen Militärfachleute, dass die Ukraine das Momentum auf ihrer Seite habe. Entscheidend sei der Fokus, den das Land nehme. Sie sollte sich auf Rückgewinnung von Territorium konzentrieren.

Ukrainische Soldaten in Donezk
Ukrainische Soldaten fahren in der Region Donezk auf einem Schützenpanzer. © -/AP/LIBKOS/dpa

„Es gibt hier ein ukrainisches Zeitfenster“, sagte Mason Clark, ein russischer Militäranalyst am Institute for the Study of War. „Die Ukrainer haben die Freiheit zu wählen, wo sie angreifen wollen“. US-Beamte sagten außerdem, dass die Ukraine in den kommenden Wochen weiter auf ihren Vorteil drängen solle. Allerdings solle sie ihre militärischen Versorgungslinien nicht überstrapaziert und der russischen Armee nicht die Möglichkeit geben, Schwächen in den ukrainischen Verteidigungslinien auszunutzen.

News zum Ukraine-Krieg: Belarussische Opposition möchte Bündnis mit Selenskyj schmieden

Außerdem möchte die belarussische Opposition ein Bündnis mit der Ukraine schmieden: Oppositionsführerin Swjatlana Zichanouskaja, die 2020 gegen Lukaschenko antrat, hat dem ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj ein entsprechendes Angebot unterbreitet. (mse)

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