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Ukraine-Krieg: Tote und Verletzte in Kiew – So ist die Lage in der Hauptstadt

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Von: Samira Müller

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Im Ukraine-Krieg ist kein Ende in Sicht. Auch die Lage in Kiew bleibt dramatisch. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtet von erneuten Angriffen.

Kiew – Die Lage in Kiew ist nach der russischen Invasion in die Ukraine weiterhin kritisch. Nach einem erneuten Angriff sind weitere Menschen getötet und verletzt worden. Doch die Einkreisung der Hauptstadt scheint zunächst ins Stocken gekommen zu sein.

Bei einem Angriff auf ein Wohnviertel der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko ein Mensch getötet und 19 verletzt worden. Es seien vier Kinder unter den Verwundeten im Stadtteil Podil, sagte Klitschko am Freitag (18.03.2022) in einem Video, das er auf Telegram veröffentlichte. Russische Truppen hätten Wohnhäuser, Kindergärten und eine Schule beschossen. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Erst am Donnerstag (17.03.2022) waren im Osten von Kiew ein Mensch getötet und mehrere verletzt worden, als Behördenangaben zufolge Trümmer einer abgefeuerten Rakete ein Hochhaus trafen. Die Ukraine* wirft Russland* vor, gezielt auch die Zivilbevölkerung anzugreifen. Moskau bestreitet das.

Ukraine-Krieg: Erneuter Angriff auf Kiew mit Toten und Verletzten

Trotz regelmäßiger Bombardierungen in Wohngebieten, scheint Russlands Offensive in Kiew weitgehend zum Erliegen zu kommen, wie die britische Tageszeitung The Guardian berichtete. Zunächst war man davon ausgegangen, dass Russland die Einkreisung der Hauptstadt innerhalb von 24 bis 96 Stunden erreichen würde. Vor allem auch der Widerstand der ukrainischen Streitkräfte verhinderte den Vormarsch auf beiden Seiten der Hauptstadt in die Vororte.

Eine zerstörte Straße in Kiew.
Ukraine-Krieg: Trümmerteile liegen auf den Straßen in Kiew. © Mohammad Javad Abjoushak/Imago Images

Mathieu Boulègue, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Chatham House, glaubt, dass Russland im Ukraine-Konflikt* versucht, einen Häuserkampf zu vermeiden. Stattdessen würden sie auf Bodenbeschuss und wahllose Bombardierungen zurückgreifen. Kiew ist für beide Seiten im Ukraine-Krieg* wichtig. Wenn Russland die Stadt allerdings nicht einkreisen kann, befürchtet Boulègue, dass das zu einer erhöhten „Frustration und Risikobereitschaft des Kreml“ führen könnte.

Auch Oberst a. D. Wolfgang Richter, Wissenschaftler der Stiftung Wissenschaft und Politik, schließt einen Häuserkampf in Kiew aus.* „Solche Kämpfe wären eine blutige Angelegenheit auf beiden Seiten und die Verluste für Russland und die Ukraine wären sehr hoch. Ein solches Vorgehen würde in dieser Phase des Ukraine-Kriegs keine vernünftige Entscheidung darstellen. Die Risiken für Russland sind dabei gewaltig“, sagte er gegenüber der Kreiszeitung. Der ehemalige Generalleutnant Ben Hodges glaubt zudem, dass sich der Krieg in den nächsten Tagen entscheiden könnte, da den russischen Generälen die Zeit, die Munition sowie die Arbeitskräfte ausgehen würden.

Lage in Kiew ist schwierig, aber kontrollierbar: Häuserkampf im Ukraine-Krieg wird ausgeschlossen

Um russische Einheiten aus den Dörfern rund um Kiew zurückzudrängen, laufen derzeit Militäreinsätze. Das sagte der Leiter der regionalen Militärverwaltung von Kiew, Olexander Pawljuk, am späten Donnerstagabend (17.03.2022) laut der Agentur Unian im ukrainischen Fernsehen. Es gebe „Widerstand des Feindes“ und dieser verlege seine Einheiten. Bevor die Operationen nicht abgeschlossen seien, könne er jedoch keine weiteren Details nennen, sagte Pawljuk weiter.

Die Situation in der Region Kiew sei insgesamt schwierig, aber „kontrollierbar“. Es sei nicht einfach, Prognosen abzugeben. Die Straße in die westliche Großstadt Schytomyr, die nah an der Kiewer Stadtgrenze liegenden Orte Butscha, Irpin und Hostomel nordwestlich der Hauptstadt sowie die weiter westlich von Kiew gelegene Stadt Makariw seien am stärksten gefährdet, wie dpa berichtete. Zudem habe es Beschuss im Bezirk Wyschhorod nördlich der Hauptstadt gegeben.

Eine zerstörte Straße in Kiew.
Der Ukraine-Krieg nimmt kein Ende: In Kiew sind die Straßen durch die russischen Angriffe zerstört. © Mohammad Javad Abjoushak/Imago Images

Auch auf Twitter wurde bereits ein Video gepostet, auf dem die Stadt Kiew in Trümmern zu sehen ist. Häuser sind zerstört und es brennt. „Ein Wohnhaus wurde im Kiewer Bezirk Podolsky getroffen“, schreibt der Nutzer dazu. (smü/dpa) *fr.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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