1. Startseite
  2. Politik

Interner Geheimdienstbericht: Russland soll im Krieg mit Neonazis kooperieren

Erstellt:

Kommentare

Medienberichten zufolge haben die russischen Soldaten im Ukraine-Krieg Unterstützung durch rechtsextreme Gruppen erhalten.
Medienberichten zufolge haben die russischen Soldaten im Ukraine-Krieg Unterstützung durch rechtsextreme Gruppen erhalten. (Symbolfoto) © Olga Maltseva/AFP

Im Zentrum des Ukraine-Kriegs steht laut Angaben Russlands der Kampf gegen Neonazis. Ein BND-Dokument soll nun belegen, dass Rechtsextreme für Moskau kämpfen.

Berlin/Moskau – Mit Mitgliedern der „Russian Imperial League“ sowie des Netzwerks „Rusich“ sollen mindestens zwei Gruppen mit rechtsextremer Gesinnung für Moskau im Kriegseinsatz gegen die Ukraine sein. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel unter Berufung auf ein internes Dokument des Bundesnachrichtendiensts. Beide Gruppen hätten sich bereits in den Jahren 2014 und 2015 auf die Seite prorussischer Separatisten im Donbass gestellt, heißt es in dem Bericht.

In dem Dokument, das in der vorletzten Woche an mehrere Bundesministerien geschickt worden sein soll, schlussfolgern Fachleute, dass Moskau mit seiner Zusammenarbeit mit solchen Gruppierungen „den vorgeblichen Kriegsgrund der sogenannten ‚Entnazifizierung‘ der Ukraine ad absurdum“ führe.

Mutmaßlich rechtsextreme Gruppen im Ukraine-Krieg: BND-Dokument gibt Hinweise

Genaue Aufschlüsse über die Gesamtzahl der mutmaßlichen rechtsextremen Kämpfer auf russischer Seite gibt es laut dem Spiegel-Bericht nicht, jedoch seien Informationen über die Gruppierungen und Einheiten in dem BND-Dokument aufgeführt. So seien Mitglieder der „Russian Imperial Legion“ (RIL), vor allem Personen mit Militärerfahrung oder paramilitärischer Ausbildung, bereits wenige Wochen nach Kriegsbeginn für den Kriegseinsatz in der Ukraine geworben worden.

Laut BND sei jedoch unklar, „ob diese Entscheidung auf Aufforderung oder in Absprache mit der russischen Führung fiel“. Mitglieder der Gruppe „Rusich“ sollen seit „spätestens Anfang April Teil der Kampfhandlungen“ sein, berichtet der Spiegel.

Ukraine-Krieg: Moskau soll „rechtsextreme Einzelperson“ für seine Zwecke einsetzen

Darüber hinaus setze die Regierung in Moskau unter Machthaber Wladimir Putin auch eine „rechtsextreme Einzelperson“ für ihre Zwecke ein, heiße es in dem Dokument des Auslandsgeheimdiensts der Bundesrepublik Deutschland. Gleichzeitig betont Russland seit Wochen, dass es in der Ukraine Neonazis bekämpfe, etwa die Kämpfenden des Asow-Regiments, die bis vor einigen Tagen in der Hafenstadt Mariupol eingekesselt waren und sich inzwischen ergeben haben. Das Freiwilligen-Bataillon war 2014 zu Beginn des Ukraine-Konflikts von Neonazis und Nationalisten gegründet worden. (ska mit dpa)

Auch interessant

Kommentare