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Altkanzler Schröder in Vermittlerrolle: „Putin will Verhandlungslösung“

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Von: Helena Gries

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Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) äußert sich nach einem Treffen mit Kreml-Chef Wladimir Putin über dessen Pläne.

Berlin/Moskau – Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat ein weiteres Zusammentreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bestätigt. Fazit des Treffens: „Die gute Nachricht heißt: Der Kreml will eine Verhandlungslösung“, sagte Schröder gegenüber dem Magazin Stern und dem Sender RTL/ntv.

Schröder war bereits vergangene Woche zu Besuch in Moskau. Ein erster Erfolg sei das Getreideabkommen: „Vielleicht kann man das langsam zu einem Waffenstillstand ausbauen“, sagte der Altkanzler in dem am Mittwoch (3. August) veröffentlichten Interview. „Natürlich haben Deutschland und die Bundesregierung eine besondere Verantwortung, gerade auch gemeinsam mit Frankreich“, so Schröder weiter. Derzeit geschehe jedoch nicht genug, meint der Altkanzler.

Gerhard Schröder: Verhandlungsansatz im Konflikt zwischen Ukraine und Russland

Er verwies darauf, dass es schon einen Verhandlungsansatz im Konflikt zwischen der Ukraine und Russland gegeben habe, etwa in Istanbul im März. „Die Türken waren sehr hilfreich, wie sie auch in der Verhandlung über Getreidelieferungen aktuell sehr hilfreich sind.“ Schröder bezeichnete den Krieg erneut als „Fehler der russischen Regierung“.

Beim Thema Nato-Mitgliedschaft habe selbst der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gesagt, „dass es eine Alternative gebe, etwa eine bewaffnete Neutralität für die Ukraine, ohne Nato-Mitgliedschaft, wie Österreich“. Komplizierter sei es hingegen mit Blick auf den Donbass im umkämpften Osten der Ukraine. „Dazu wird man eine Lösung nach dem Schweizer Kantonsmodell finden müssen“, sagte Schröder.

Um den Ukraine-Konflikt zu lösen, müsse es laut Schröder jedoch Zugeständnisse auf beiden Seiten geben. Er als Privatperson könne den Konflikt nicht beenden, selbst wenn er die eine oder andere Möglichkeit habe, „ein paar Gedanken mit den handelnden Personen zu teilen“. Daher finde er gut, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine Vermittlung versucht habe. „Aber ohne ein Ja aus Washington wird es nicht gehen“, sagte der Altkanzler.

Trotz des Einmarsches in die Ukraine haelt Altkanzler Gerhard Schroeder an seiner Freundschaft zu Wladimir Putin und an seinen russischen Geschaeftsbeziehungen fest.
Trotz des Einmarsches in die Ukraine haelt Altkanzler Gerhard Schroeder an seiner Freundschaft zu Wladimir Putin und an seinen russischen Geschaeftsbeziehungen fest. © Imago/Frank Hoermann/Sven Simon

Schröder und Putin: Altkanzler lehnt Bruch mit russischem Präsidenten ab

Schröder lehnte außerdem erneut einen Bruch mit seinem Freund Putin ab. Er habe „mehrfach den Krieg verurteilt“ und frage zugleich, ob eine „persönliche Distanzierung von Wladimir Putin wirklich irgendjemandem etwas bringen“ würde. Er habe „Entscheidungen getroffen und dazu stehe ich“. Der Altkanzler fügte hinzu: „Vielleicht kann ich noch mal nützlich sein. Warum soll ich mich also entschuldigen?“

Schröder war bereits Anfang März nach Moskau gereist und hatte mit Putin über den Ukraine-Krieg gesprochen. Auch danach hatte er von einem Interesse Putins an einer Verhandlungslösung berichtet. Gegen Schröder läuft derzeit ein Parteiausschlussverfahren wegen seiner Nähe zu Putin und seines Engagements für russische Staatskonzerne. (hg/AFP)

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