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Ukraine-Krieg: Extremes Unwetter soll Putins Pläne durchkreuzen

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Von: Andreas Apetz

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Ukraine-Krieg: Das Vorrücken der russischen Truppen könnte durch starken Regen ausgebremst werden.
Das Vorrücken der russischen Truppen könnte durch starken Regen ausgebremst werden. (Archivfoto) © Roland Schemidt/afp

In der Ukraine soll es langanhaltend regnen. Wie beeinflusst das Wettergeschehen den Ukraine-Krieg?

Kiew – Das russische Militär hat seine Truppen um Kiew herum abgezogen und damit begonnen, das Zentrum des Ukraine-Krieges in den Osten des Landes zu verlagern. Nach dem großen Widerstand im Westen der Ukraine soll es nun Moskaus Ziel sein, sich der Donbass-Regionen anzunehmen. Doch auch in Luhansk und Donezk stoßen Putins Streitkräfte auf Widerstand. Nachdem Staatschef Selenskyj zunächst um die Unterstützung der Nato gebeten hatten, scheint ihm nun das Wetter zur Hilfe zu eilen.

Ukraine-Krieg: 10 Tage Unwetter vorhergesagt

Russlands Truppen stehen marschbereit im Osten der Ukraine. Doch Moral und Kampfeswille der russischen Streitkräfte scheinen weniger zu werden, denn der lange und überhastete Angriffskrieg Putins zehrt an den Kräften der jungen Soldaten. Augenzeugen berichten von verlassenen Kriegsfahrzeugen am Wegesrand, da neben der Durchhaltefähigkeit der russischen Truppen auch die Kraftstoffversorgung immer wieder ins Stocken gerät.

Die eh schon langsam vorankommenden Soldaten könnten durch das vorhergesagte Wetter noch mehr ausgebremst werden, denn „genau auf der Linie von Charkiw und Mariupol wird es zehn Tage lang regnen – und zwar in Folge“. Das sagte Oleksiy Arestovych, Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, in einem Interview mit dem russischen Journalisten Mark Feigin.

Der nasse und aufgeweichte Boden soll dafür sorgen, dass die einmarschierenden Streitkräfte langsamer vorankommen und nur noch auf asphaltierten Straßen vorrücken können. Dort würden sie laut Arestovych auf „eine vorbereitete Verteidigung treffen“. „Die Tatsache, dass der Boden weicher ist“, werde es dem russischen Militär „erschweren, etwas abseits der befestigten Straßen zu unternehmen“, zitiert die Nachrichtenagentur AFP einen hochrangigen US-Verteidigungsminister.

Wetter in der Ukraine: Durchkreuzt der Regen Putins Pläne?

Schon einmal haben die Bodengegebenheiten der Angriffsplanung des Kreml einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im Norden der Ukraine mussten zu Kriegsbeginn russische Panzer ihre Route auf die Straße verlegen, da ein Querfeldeinmarsch aufgrund des zu weichen Bodens unmöglich war. Schuld daran war das Wetter, welches deutlich wärmer war als in den Jahren zuvor und verhindert hatte, dass die Erde gefrieren konnte.

Obwohl das Wetter Einfluss auf die Entwicklung des Krieges haben kann, sollte es nicht überbewertet werden. Kriegsexpertinnen und Experten gehen davon aus, dass starke Schauer Panzer und schwere Fahrzeuge nur geringfügig ausbremsen können. Kriegsmaschinen sind mittlerweile so weit entwickelt, dass auch Matsch und Schlamm kein unüberwindbares Hindernis mehr darstellen würden, wie es noch beispielsweise im Zweiten Weltkrieg war.

Die Wettervorhersage zeigt zudem, dass das Unwetter in den nächsten Tagen wohl deutlich weniger stark ausfallen wird, als von Arestovych erhofft. Zudem waren die Regenprognosen in den vergangenen Tagen ungenau und angesagte Regenschauer waren nur Nieselregen. Dass es in den kommenden Tagen regnen wird, darüber sind sich alle Wetterdienste einig, die Frage ist nur, wie stark. (aa mit afp)

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