1. Startseite
  2. Politik

Melnyk zu Kretschmer: „Ihre ewige Anbiederung an Kriegsverbrecher Putin ist ekelerregend“

Erstellt:

Von: Katja Thorwarth

Kommentare

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (CDU) sieht Deutschland im Ukraine-Krieg in der Vermittlerrolle. Der ukrainische Ex-Botschafter Melnyk übt scharfe Kritik.

Dresden/Berlin - Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich bereits in der Vergangenheit zur Russland-Politik geäußert. So sagte er vor einem Treffen mit Kreml-Chef Wladimir Putin, dass sämtliche Sanktionen beendet werden müssten, obwohl die territoriale Integrität der Ukraine nicht wiederhergestellt war.

Knapp fünf Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine erklärte Kretschmer nun am Dienstag (19. Juli), dass Deutschland eine Vermittlerrolle im Ukraine-Krieg einnehmen müsse. Er begründete das vor allem mit der Größe Deutschlands und seiner Historie. Man habe sich zwar im europäischen Verbund engagiert, müsse aber gemeinsam mit Frankreich, den USA und anderen Ländern eine zentrale Rolle bei der Lösung des Konfliktes spielen: „Wir müssen dafür eintreten, dass dieser Krieg eingefroren wird.“

Andrij Melnyk wurde vom ukrainischen Botschafter-Posten in Deutschland abgezogen.
Andrij Melnyk wurde vom ukrainischen Botschafter-Posten in Deutschland abgezogen. © Kay Nietfeld/dpa

Ukrainischer Ex-Botschafter Melnyk kritisiert Kretschmer wegen Haltung zum Ukraine-Krieg

Für Kretschmer bedeutet das nicht, wie er sagt, dass die Ukraine auf Territorien verzichten soll. Vielmehr sei der Krieg Russlands ein Unrecht und Verbrechen. Man müsse aber erkennen, dass der Krieg die gesamte Welt und Europa in besonderem Maße ins Chaos stürze.

Die Äußerungen des Ministerpräsidenten stoßen bei dem ukrainischen Ex-Botschafter Andrij Melnyk auf Unverständnis und scharfe Kritik. „Die Ukrainer treten dafür ein, dass Sie Ihren Kopf in ein Tiefkühlregal stecken, um Ihre heißen Russland-Fantasien einzufrieren. Ihre ewige Anbiederung an Kriegsverbrecher Putin ist ekelerregend“, heißt es bei Melnyk auf Twitter mit Blick auf Kretschmer und Kreml-Chef Putin. Andrij Melnyk wird Deutschland in Kürze verlassen - der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte ihn am 9. Juli abgezogen.

Ukraine-Krieg: Kretschmer will Rohstofflieferungen aus Russland

Kretschmer hingegen steht auf dem Standpunkt, dass Deutschland und Europa ihre Kriegshaltung klären müssten. Er verstehe die Debatte aktuell so, dass es erstens darum gehe, den Krieg zu gewinnen und zweitens, nie wieder Rohstoffe aus Russland zu beziehen. Wenn das die Haltung sei, werde man nicht zu Waffenstillstandsverhandlungen kommen.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass wir diese Rohstofflieferungen brauchen. Und ich bin zweitens der Meinung, dass wir gemeinsam versuchen müssen, (...) einzuwirken auf den russischen Präsidenten und auch die Ukraine davon zu überzeugen, dass wir alle miteinander diesen Konflikt einfrieren müssen. Das ist etwas anderes als das, was derzeit läuft“, sagte Kretschmer. (ktho/dpa)

Auch interessant

Kommentare