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Ukraine-Krieg erreicht die USA: Soldaten im Land erwartet

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Von: Stefan Krieger

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Ukrainische Soldaten sollen in den USA den Umgang mit dem Luftabwehrsystem Patriot erlernen. Die Ausbildung könnte bereits in der nächsten Woche beginnen.

Washington D.C. – Das Pentagon plant, ukrainische Militärs in die Vereinigten Staaten zu holen, um sie am Patriot-Raketenabwehrsystem zu schulen. Dies sagten US-Beamte am Dienstag (10. Januar) nach Angaben der Washington Post. Die USA signalisierten damit nach Einschätzungen des Blattes, dass die Biden-Administration die Hemmschwelle des russischen Präsidenten Wladimir Putin für ein Eingreifen des Westens in den Ukraine-Krieg testen will.

Die Ausbildung wird dem Bericht zufolge in Fort Sill stattfinden, einer weitläufigen Anlage, die sich über rund 145 Quadratmeilen südwestlich von Oklahoma City erstreckt, und könnte bereits nächste Woche beginnen. Der Stützpunkt beherbergt das grundlegende Ausbildungsprogramm des US-Militärs für die Patriot-Raketenabwehr.

Deutsche Soldaten an einem Patriot-Raketenwerfer
Deutsche Soldaten an einem Patriot-Raketenwerfer bei einer Übung in der Türkei. (Archivbild) © John MacDougall/afp

90 bis 100 ukrainische Soldaten in den USA erwartet

Der Schritt folgt auf die Entscheidung von Joe Biden im letzten Monat, die Verlegung eines Patriot-Systems in die Ukraine zu genehmigen. Das hat seit Wochen unter heftigen russischen Raketenangriffen auf das Energienetz und andere lebenswichtige Infrastrukturen zu leiden. Deutschland kündigte letzte Woche an, dass man ebenfalls eine Patriot-Batterie zur Verstärkung der ukrainischen Luftverteidigung entsenden würde.

Brigadegeneral Patrick Ryder, ein Sprecher des Pentagons, sagte am Dienstag gegenüber Reportern, dass etwa 90 bis 100 ukrainische Soldaten am Patriot-System ausgebildet werden sollen. Sie sollen darauf vorbereiten werden, das Abwehrsystem „zu bedienen, zu warten und aufrechtzuerhalten“, und zwar im Rahmen einer Ausbildung, die „mehrere Monate“ dauern wird.

Patriot-System: Putin unterstellt der Nato „Komplizenschaft“

Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine Einmischung von Nato-Staaten in den Konflikt Krieg scharf kritisiert und die Bemühungen der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten, die Ukraine auszubilden und zu bewaffnen, als „Komplizenschaft“ bezeichnet. Putin warnte wiederholt, dass Russland nicht zögern werde, Vergeltung zu üben, wenn es sich von „äußeren Kräften bedroht“ fühle. Der Kreml hat sich seinerseits an andere US-Gegner, den Iran und Nordkorea, gewandt, um seine Waffenbestände aufzufüllen, da die westlichen Sanktionen seine Rüstungsindustrie belasten.

Nikolai Patruschew, Sicherheitsberater Putins, sagte kürzlich, dass die Ereignisse in der Ukraine „kein Zusammenstoß zwischen Moskau und Kiew“ seien, sondern eine „militärische Konfrontation zwischen der Nato und vor allem den Vereinigten Staaten und England mit Russland“. Die Handlungen der Nato, so Patruschew, trieben die ukrainischen Streitkräfte in den Tod. „Je eher die Bürger der Ukraine begreifen, dass der Westen mit seinen Händen gegen Russland kämpft, desto mehr Menschenleben werden gerettet“, so Patruschew.

Das Patriot-System, das erstmals im Golfkrieg gegen irakische Scud-Raketen eingesetzt wurde, stützt sich auf ein hoch entwickeltes Radar. Es spürt Marschflugkörper und ballistischen Raketen auf und startet Langstreckenraketen, um sie abzufangen. Das System, das in der Regel auf einem Lastwagen transportiert wird, erfordert eine Besatzung von mindestens drei Soldaten und umfangreiche Wartung, um es funktionsfähig zu halten. (Stefan Krieger)

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