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Putins nächste Ziele nach Sjewjerodonezk

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Von: Vincent Büssow

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Im Osten der Ukraine tobt die Schlacht um Sjewjerodonezk. Doch Wladimir Putin richtet seinen Blick bereits auf die nächsten Ziele.

Moskau – Russland soll Vorbereitungen für verstärkte Angriffe im Osten der Ukraine treffen. Dies teilte der Generalstab der ukrainischen Armee am Dienstag (14. Juni) auf Facebook mit. Insbesondere die Stadt Slowjansk soll dabei ein Ziel der Angreifer sein, die sich aktuell in Stellung bringen würden. Die nahegelegene Stadt Sjewjerodonezk soll währenddessen größtenteils eingenommen worden sein.

Im Ukraine-Krieg findet der größte Teil der Gefechte weiterhin im Osten des Landes statt. Russland rückt dabei langsam in den ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk vor, die bereits im Jahr 2014 von Separatisten zu eigenen Volksrepubliken ausgerufen worden waren. Zuletzt fokussierten sich die Angriffe auf die Stadt Sjewjerodonezk, wobei Russland die Stadt und umliegende Ortschaften mit Artillerie und aus der Luft beschossen haben soll. Mittlerweile soll Sjewjerodonezk größtenteils von Russland erobert worden sein, wie der britische Geheimdienst am Mittwoch mitteilte. Nach mehrere Wochen andauernden Gefechten an dieser Front stellt sich jetzt die Frage, wie die weiteren Pläne von Wladimir Putin aussehen.

Ukraine-Krieg: Putins nächste Ziele im Osten

Laut dem Generalstab der ukrainischen Armee soll Russland seine Aufmerksamkeit nun auf die Stadt Slowjansk richten, die im Westen von Sjewjerodonezk liegt. Dafür würden die Truppen der Angreifer zunächst versuchen, die volle Kontrolle über ein nahegelegenes Dorf zu erlangen, in dem nur wenige hundert Menschen leben. Auch auf die Stadt Lyman sollen weitere Angriffe vorbereitet werden. In Lyssytschansk, die Nachbarstadt von Sjewjerodonezk, sollen Angriffe von russischen Truppen hingegen abgewehrt worden sein.

Ein Soldat hält ein Gewehr aus einem Panzer in der Stadt Sjewjerodonezk.
Wochenlang war die Stadt Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine schwer umkämpft. Jetzt soll Russland sie größtenteils erobert haben. (Archivfoto) © Oleksandr Ratushniak/dpa

Umkämpfte Städte im Ukraine-Krieg: Unübersichtliche Lage im Osten

Die Armee der Ukraine stellt die Lage im Osten in ihren Berichten so dar, als seien die angegriffenen Städte noch umkämpft: „Es wird schwieriger, aber unsere Soldaten halten den Feind gleich an drei Seiten auf. Sie schützen Sjewjerodonezk und erlauben keinen Vormarsch nach Lyssytschansk“, teilte der Gouverneur des Luhansker Gebiets Serhij Hajdaj am Mittwoch auf Telegram mit. Aus Russland und vonseiten der Separatisten kommen hingegen Meldungen darüber, dass Lyman und Sjewjerodonezk vollständig oder größtenteils eingenommen seien.

Insbesondere im Osten ist die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg unübersichtlich, wobei die Angaben der Konfliktparteien oft nicht geprüft werden können. Klar scheint jedoch, dass Putin seinen Angriff auf Donezk und Luhansk zunächst fortsetzen wird. Ob Russland auch wieder verstärkt Angriffe auf den Rest des Nachbarlandes starten wird, bleibt abzuwarten. (vbu/dpa)

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