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Ukraine-Krieg: Das geschah in der Nacht

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Von: Tobias Utz

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Ukraine-Krieg
Ein ukrainischer Soldat tastet einen Zivilisten, der mit erhobenen Händen am Straßenrand steht, ab. © Dimitar Dilkoff/AFP

Im Ukraine-Krieg gibt es zahlreiche zivile Opfer. Neben der Hauptstadt Kiew kommt es auch in Mariupol und weiteren Städten zu schweren Gefechten.

Kiew/Mariupol – Auch in der Nacht auf Montag (07.03.2022) hat es im Ukraine-Konflikt* heftige Gefechte zwischen Russland und der Ukraine gegeben. Besonders hart umkämpft ist unter anderem die Hafenstadt Mariupol im Osten des Landes. Zahlreiche Menschen sind zudem auf der Flucht. Ein Überblick.

Ukraine-Krieg: Russland bombardiert Charkiw

In Charkiw hat Russlands Luftwaffe die Bombardierungen fortgesetzt. Ähnlich wie in Kiew* in der vergangenen Woche wurde auch dort die technische Infrastruktur angegriffen. Laut Berichten der ukrainischen Streitkräfte wurde der lokale Fernsehturm durch Angriffe beschädigt. Die TV-Übertragung sei deshalb zeitweise ausgefallen, hieß es vonseiten der Militärverwaltung von Charkiw. Das berichtet die Nachrichtenagentur Unian. Doch nicht nur Infrastruktur wurde beschossen. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass auch Wohnblöcke und Teile der Universität getroffen wurden.

Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU teilte zudem mit, dass Russland* ein Forschungszentrum beschossen habe. Darin befindet sich wohl unter anderem Atommaterial. Laut einer Behördenwarnung könne ein Raketenwerfer-Treffer eine Umweltkatastrophe auslösen. Den Geheimdienstinformationen entgegnete das Verteidigungsministerium Russlands, dass die Ukraine* das Forschungszentrum sprengen wolle, um selbst eine Katastrophe herbeizuführen. Beide Behauptungen ließen sich allerdings nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg: Russlands Bodentruppen attackieren Sumy und Mykolajew

Bodentruppen der russischen Armee griffen derweil die Stadt Sumy im Nordosten und die Stadt Mykolajew im Süden des Landes an. Laut Angaben des ukrainischen Generalstabs konzentriere sich Russland jedoch weiterhin auf die Belagerung der Hauptstadt Kiew. Moskau ziehe seine „Ressourcen für einen Angriff“ zusammen. Die Ukraine bereitete sich weiter darauf vor: „Wenn wir den Befehl von oben erhalten oder sehen, dass die Russen vorrücken, werden wir sie sprengen“, betonte ein Mitglied einer Freiwilligeneinheit gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Irpin, eine Kleinstadt nahe Kiew, wurde am Wochenende ebenfalls beschossen. Die New York Times berichtete, dass dort Mörsergranaten von den russischen Streitkräften eingesetzt wurden. Dabei kamen dem Bericht zufolge mehrere Menschen ums Leben.

Ukraine-Krieg: Lage in Mariupol spitzt sich zu

Unabhängig von der Belagerung von Kiew spitzt sich die Lage am meisten in Mariupol in der Ostukraine zu. Dort belagert die russische Armee gemeinsam mit Separatistengruppen seit Tagen die Stadtgrenze. Es gab bereits dutzende Warnungen vor einer Lebensmittelknappheit, unter anderem bei der Strom- und Wasserversorgung.

Am Sonntag scheiterte ein zweiter Evakuierungsversuch in Mariupol. Lediglich 300 Menschen konnten die Hafenstadt verlassen. Eigentlich sollten es Zehntausende sein. Sowohl von ukrainischer als auch von russischer Seite war zu vernehmen, dass gegenseitig die vereinbarte Waffenruhe nicht eingehalten worden sei. Auch in der Nacht auf Montag verharrten zahlreiche Menschen auf den Straßen, in Sorge vor neuen Attacken Russlands.

Ukraine-Krieg: 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht

Am Sonntagabend veröffentlichte zudem die UN-Flüchtlingshilfsorganisation eine neue Schätzungen zu Flüchtenden aus der Ukraine. Mittlerweile sollen 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht sein.  „Dies ist nun die am schnellsten wachsende Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg“, teilte das UNHCR mit. (tu) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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