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Folge des Ukraine-Kriegs: Biden kündigt „historische“ Freigabe der Ölreserven an

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Von: Vincent Büssow

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Joe Biden
Joe Biden kündigte eine Freigabe der Ölreserven der USA an. Die Benzinpreise waren infolge des Ukraine-Kriegs stark gestiegen. (Archivbild) © Patrick Semansky/dpa

Die Weltmärkte leiden unter den Folgen des Ukraine-Kriegs. Joe Biden will den hohen Ölpreisen in den USA mit einer massiven Freigabe der Notreserven begegnen.

Washington D.C. – Joe Biden* will den steigenden Benzinpreisen in den USA* durch eine nie dagewesene Freigabe der Ölreserven begegnen. Wie das weiße Haus am Donnerstag (31.03.2022) ankündigte, sollen in den nächsten sechs Monaten durchschnittlich eine Million Barrel Rohöl freigegeben werden. Das entspricht einer Gesamtmenge von 180 Millionen Barrel, umgerechnet 29 Milliarden Liter. Die steigenden Ölpreise sind eine Folge des Ukraine-Kriegs*.

Die Idee hinter der „historischen“ Freigabe ist es, den Marktpreis von Rohöl zu drücken. Bereits nach der Ankündigung fiel der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent um mehr als fünf Dollar auf 108,21 Dollar. Inwiefern sich die Maßnahme letztendlich an der Zapfsäule widerspiegelt, konnte US-Präsident Biden nicht beantworten. Er hält eine Reduzierung um 10 bis 35 Cents für möglich.

Ukraine-Krieg: Joe Biden gibt Ölreserven der USA frei

Nachdem der russische Präsident Wladimir Putin* den Einmarsch in die Ukraine* befohlen hatte, verhängte Joe Biden ein Importverbot für Öl aus Russland*. Das knappere Angebot trug zu den steigenden Preisen bei, wobei die USA ohnehin mit einer hohen Inflation zu kämpfen haben. In seiner Ankündigung sprach Biden nun von „Putins Preiserhöhung“, welche die Amerikaner belaste.

Die Ölnotreserve der USA soll bei Naturkatastrophen und Krisen der nationalen Sicherheit Zugang zu dem wichtigen Rohstoff gewährleisten. Bereits im November 2021, weit vor der Eskalation im Ukraine-Konflikt*, hatte Joe Biden die Freigabe von 50 Millionen Barrel aus der Reserve angekündigt.

Strategische Ölreserven der USA
Maximale Kapazität727 Millionen Barrel (Stand 2022)
Gründung1973
LagerorteGold von Mexiko, Texas, Louisiana

Nach Importstopp aus Russland: Biden will nationale Ölproduktion ankurbeln

Während die USA den Markt also mit Öl überschwemmen wollen, planen die großen Produzenten keine höhere Förderung. Ebenfalls am Donnerstag erklärte die Ölallianz Opec+, zu der auch Russland zählt, dass sie an dem Niveau der vergangenen Monate festhalten wolle. Grund dafür sei, dass der Preisanstieg vor allem durch den Ukraine-Krieg bedingt sei, und die Nachfrage nicht gestiegen sei.

Die USA planen infolge des Ukraine-Kriegs, wie auch Deutschland, unabhängig von Öl aus Russland zu werden. Während sich Bundeswirtschaftsminister Habeck dabei nach anderen Importeuren umsieht, will Joe Biden die Ölproduktion im eigenen Land weiter ankurbeln. Bis zum Jahresende sollen rund eine Million Barrel mehr pro Tag produziert werden. (vbu/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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