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Selenskyj kontert Bidens Kritik

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Von: Fee Halberstadt, Ares Abasi

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Wolodymyr Selenskyj äußert sich zu der Kritik Bidens. Dieser behauptete, er hätte Verwarnungen nicht hören wollen.
Wolodymyr Selenskyj äußert sich zu der Kritik Bidens. Dieser behauptete, er hätte Verwarnungen nicht hören wollen. (Archivbild) © Ukraine Presidency / dpa

US-Präsident Joe Biden warf seinem Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj vor, „nicht hören“ zu wollen. Das lässt das ukrainische Staatsoberhaupt so nicht stehen.

Update von Montag, 13. Juni, 10.30 Uhr: Der amerikanische Präsident Joe Biden hat Wolodymyr Selenskyj kritisiert und behauptet, er habe den ukrainischen Präsidenten vor einem Einmarsch russischer Truppen gewarnt. Nun hat sich sich sein Berater Mikhail Podolyak dazu geäußert: „Selenskyj hatte immer relevante Analysen auf seinem Schreibtisch, die auf hochwertigen Geheimdienstinformationen basierten. Er hat auch sorgfältig auf alle Worte und Warnungen unserer Partner reagiert.“

Selenskyjs Sprecher, Sergei Nikiforov erinnerte zudem daran, dass Selenskyj hingegen um Hilfe bat „Der ukrainische Präsident hat, wie Sie sich erinnern, die Partner aufgefordert, ein Paket präventiver Sanktionen einzuführen, um Russland zum Rückzug seiner Truppen und zur Deeskalation der Situation zu bewegen.“ Doch es kam keine: „Hier können wir schon sagen, dass unsere Partner uns nicht hören wollten“, sagte Nikiforov.

Joe Biden kritisiert Wolodymyr Selenskyi: „Wollte die Warnungen nicht hören“

Erstmeldung vom Sonntag, 12. Juni, 12.00 Uhr: Washington D.C. – US-Präsident Joe Biden sprach am Freitagabend (10. Juni) auf einer Spendenveranstaltung der Demokraten in Los Angeles (USA) über das amerikanische Engagement zur Unterstützung der Ukraine vier Monate nach der Invasion. Dort sagte der US-Präsident: „So etwas ist seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr passiert“.

Während seiner Rede erwähnte Biden auch, dass seine Regierung Wolodymyr Selenskyj und die ukrainische Regierung auf der Grundlage von Geheimdienstinformationen vor Beginn der Invasion gewarnt hatte. Das berichtet die Washington Post. „Ich weiß, dass viele Leute dachten, ich würde vielleicht übertreiben“, sagte der Präsident laut der Associated Press (AP). Biden sagte, Zelensky „wusste, dass wir Daten hatten, die belegen“, dass der russische Präsident Wladimir Putin „an der Grenze einmarschieren würde“.

US-Präsident Biden
Selenskyj wollte „nicht hören“, behauptete Joe Biden. © Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

USA: Ukrainische Beamte wiesen Bidens Darstellung zurück

„Es gab keinen Zweifel, und Selenskyj wollte es nicht hören, ebenso wenig wie viele andere Leute“, sagte Joe Biden laut Bloomberg. „Ich verstehe, warum sie es nicht hören wollten, aber [Putin] marschierte ein.“ Serhiy Nykyforov, ein Sprecher von Selenskyj, erklärte gegenüber der ukrainischen Nachrichten-Website LIGA.net, Selenskyj habe in der Zeit vor der Invasion drei oder vier Telefongespräche mit Biden geführt, in denen die beiden Politiker die Situation erörterten. Er fügte hinzu, dass die Ukraine präventive Sanktionen gefordert habe, um die Situation, die schließlich im laufenden Ukraine-Krieg endete, zu deeskalieren.

„Daher bedarf die Formulierung ‚wollte nicht hören‘ wahrscheinlich einer Klarstellung“, sagte Nykyforov. Der Berater Selenskyjs, Mykhailo Podolyak, schloss sich Nykyforov an und erklärte gegenüber LIGA.net, dass die Ukraine wisse, dass Russland eine Invasion plane, dass aber Fragen über das Ausmaß eines Angriffs offengeblieben seien. „Es ist absurd, ein Land zu beschuldigen, dem Aggressor mehr als 100 Tage lang Widerstand geleistet zu haben, was der Fall ist, wenn wichtige Länder es versäumt haben, Russland vorsorglich aufzuhalten“, sagte er. Das Weiße Haus reagierte am frühen Samstag (11. Juni) nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme. (Ares Abasi)

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