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Beste Freunde: Putin schickt Berlusconi 20 Flaschen Wodka

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Von: Helena Gries

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Silvio Berlusconi, Ex-Ministerpräsident, wird von der Presse umringt, als er eine Versammlung zur Wahl der Fraktionsvorsitzenden in der Unteren Kammer verlässt.
Silvio Berlusconi, Ex-Ministerpräsident von Italien, hat mit Aussagen über seinen Freund Wladimir Putin für Aufregung gesorgt. (Archivbild) © Cecilia Fabiano/dpa

Silvio Berlusconi steht wieder mit Putin in Kontakt. Das führt zu Zweifeln an der Entschlossenheit der künftigen Regierung Italiens im Vorgehen gegen Moskau.

Rom – Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat in einer Rede vor Forza-Italia-Parteikollegen im Parlament über seinen Kontakt zu Russlands Präsident Wladimir Putin gesprochen. Die Aussagen Berlusconis haben erneut Zweifel an der Entschlossenheit der künftigen Regierung im Vorgehen gegen Moskau geschürt.

In einem heimlich aufgenommen Mitschnitt der Rede Berlusconis, welcher von der Nachrichtenagentur LaPresse am Dienstagabend (18. Oktober) veröffentlicht wurde, sagte der 86-Jährige, dass er mit dem Kremlchef wieder in Kontakt sei und dass dieser ihn als einen seiner fünf besten Freunden bezeichnet habe. Nachdem die Partei am Nachmittag die Aussagen noch dementiert hatte, hieß es am Abend nach Veröffentlichung des Audio-Mitschnitts nur noch, dass Berlusconi weiter auf der Linie Europas und der USA sei.

Berlusconi: Putin habe ihn zu einem „seiner fünf echten Freunde“ gezählt

In der Tonaufnahme sagte der frühere Regierungschef, dessen Forza Italia als kleiner Partner einer Rechtskoalition die künftige Regierung bilden will: „Ich habe die Beziehungen zu Präsident Putin wieder ein bisschen aufgenommen, ein bisschen viel, sodass er mir zu meinem Geburtstag 20 Flaschen Wodka geschickt hat und einen sehr süßen Brief.“ Berlusconi erzählte dann, er habe Putin im Gegenzug italienischen Wein geschickt und „einen ebenso süßen Brief“. Putin habe ihn zu einem „seiner fünf echten Freunde“ gezählt.

Einige Italiener:innen und Ukrainer:innen sorgen sich um die Unterstützung des Mittelmeerlandes für Kiew im Krieg gegen die Russen, wenn die neue Regierung unter der Wahlsiegerin Giorgia Meloni von den rechtsradikalen Fratelli d‘Italia im Amt ist. Berlusconi hatte erst vor Wochen behauptet, Putin sei zum Angriff gedrängt worden.

Berlusconis Vertraute äußern sich zu Aussagen über Putin und zum Ukraine-Krieg

Die Aussagen Berlusconis waren von seinen Vertrauten, darunter dem möglichen künftigen Außenminister Antonio Tajani, zunächst als „alte Geschichten“ abgetan worden. Allerdings spricht Berlusconi in der Aufnahme explizit vom Ukraine-Krieg, in den der Westen längst eingetreten sei, „weil wir der Ukraine Waffen und Geld geben“.

Der Sozialdemokrat Enrico Letta kritisierte, die Rechtsallianz sei dabei, Italien in eine immer unklarere Position gegenüber Russland zu manövrieren. Er verwies auch auf Aussagen des neuen Vorsitzenden der Abgeordnetenkammer, Lorenzo Fontana von der rechten und seit Jahren russlandfreundlichen Lega, der am Dienstagabend in einem TV-Interview sagte: „Wir müssen bei den Sanktionen aufpassen: Sie könnten zum Bumerang werden. Die Russen waren vorbereitet, wir in Europa nicht.“ (hg/dpa)

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