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Video aus Ukraine-Krieg: Putin soll Zug mit Atomwaffen schicken

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Von: Lukas Zigo

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Kremlchef Wladimir Putin soll Atom-Spezialeinheit in die Ukraine beordern. Videoaufnahmen zeigen laut Berichten die Abfahrt des Zuges.

Moskau – Russlands Präsident Wladimir Putin hat mit der Annexion ukrainischer Gebiete durch (Schein-)Referenden den Vorsatz für den Einsatz nuklearer Waffen geschaffen. Experten und Kommentatoren weltweit sehen einen Einsatz solcher Waffen damit als wahrscheinlicher an als noch vor der Scheinannexion. Nun sei ein langer Güterzug mit militärischer Spezialausrüstung auf dem Weg in das Kriegsgebiet. Auf von dem prorussischen Kanal Rybar über Telegram verbreiteten Aufnahmen soll zu sehen sein, wie der mit Ausrüstung und Waffen beladene Zug durch Russland in Richtung dem Kriegsgebiet in der Ukraine rollt.

Eine mobile Startrampe für die atomwaffenfähige Interkontinentalrakete Topol-M bei einer Militärparade in Russland (Archivbild).
Eine mobile Startrampe für die atomwaffenfähige Interkontinentalrakete Topol-M bei einer Militärparade in Russland (Archivbild). © Sergei Ilnitsky/imago

Der Zug stehe in Verbindung mit der 12. Hauptdirektion des russischen Verteidigungsministeriums. Diese sei „für die Lagerung, die Wartung, den Transport und die Ausgabe von Nuklearmunition an die Einheiten verantwortlich“, sagte der in Polen ansässige Verteidigungsexperte Konrad Muzyka gegenüber The Times. Den Einsatz dieses Zuges soll Wladimir Putin angeordnet haben.

Ukraine-Krieg: Droht ein Atomwaffeneinsatz oder sind Militärübungen geplant?

Die Verlegung von schwerem militärischen Gerät, das zu atomwaffenfähigen Einheiten gehört, bedeute nicht unbedingt, dass Russland den Einsatz von Atomwaffen in der Ukraine vorbereite, so Muzyka gegenüber der Daily Mail. Muzyka merkte an, dass es ein „Signal an den Westen sein könnte, dass Moskau den Konflikt eskaliert“, fügte jedoch hinzu, dass die Russlands strategische Raketentruppen (RVSN) dafür bekannt sind, im Herbst umfangreiche Trainingsübungen durchzuführen.

Ein Angriff auf Land sei jedoch weiter unwahrscheinlich. Putin könnte jedoch seine Bereitschaft demonstrieren, Atomwaffen einzusetzen. Ein hochrangiger Verteidigungsbeamter sagte gegenüber The Times, dass ein Einsatz im Schwarzen Meer schon wahrscheinlicher sei. Putin riskiere hierbei jedoch versehentlich russische Ortschaften nahe der Grenze zur Ukraine zu treffen.

Ukraine-Krieg: Putins Atomdrohungen werden durch russische Bedrängnis ernster

Angesicht der in Bedrängnis geratenen russischen Truppen stoßen die wiederholten Atomdrohungen seitens Russland auf größere Resonanz im Westen. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) zeigte sich besorgt: „Wir nehmen seine Worte sehr ernst, alles andere wäre fahrlässig“, sagte sie in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung. In den nun schon mehr als 220 Kriegstagen habe Putin „immer wieder gezeigt, dass er vor schlimmsten Kriegsverbrechen nicht zurückschreckt“.

Der Kremlchef hatte dazu am 21. September gesagt: „Wenn die territoriale Integrität unseres Landes bedroht ist, werden wir natürlich alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um Russland und unser Volk zu verteidigen. Dies ist kein Bluff.“ Durch die, international nicht anerkannte, Annexion sieht Putin nun die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja als russisches Staatsgebiet an. Die russische Militärdoktrin sieht einen Einsatz von Atomwaffen ausschließlich bei einem Angriff auf russisches Staatsgebiet vor. (lz)

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