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Russische Hafenblockade: US-Regierung will Ukraine moderne Anti-Schiffsraketen schicken

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Von: Nail Akkoyun

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Während Russland weiter die Häfen in der Ukraine blockiert, bahnt sich eine Waffenlieferung an, die einen echten Wendepunkt im Krieg darstellen könnte.

Washington D.C./Kiew – Das Weiße Haus arbeitet offenbar daran, der Ukraine spezielle Anti-Schiffs-Raketen zukommen zu lassen. Hintergrund ist die russische Blockade der Häfen im Schwarzen Meer, die durch die neuen Waffen gebrochen werden könnte. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere US-amerikanische Regierungsvertreterinnen und Regierungsvertreter sowie Kongressmitarbeitende.

Die ukrainische Führung machte zuletzt keinen Hehl daraus, dass sie neben ihrem derzeitigen Bestand an Artillerie, Javelin- und Stinger-Raketen weitere fortschrittliche US-Waffen wünscht. Die gewünschten Anti-Schiffs-Raketen könnten die russische Marine in die Flucht schlagen und somit die Wiederaufnahme des weltweiten Getreidetransports ermöglichen.

Ukraine-Krieg: Raketen haben Reichweite von Hunderten Kilometern

Im Raum stehen dem Bericht zufolge zwei Modelle: Die „Harpoon“ von Boeing, welche eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern besitzt, und die „Naval Strike Missile“ des norwegischen Herstellers Kongsberg – sie besitzt eine Reichweite von rund 200 Kilometern.

Eine „Harpoon“-Rakete wird von der US-Marine im Pazifik abgefeuert. (Archivfoto)
Eine „Harpoon“-Rakete wird von der US-Marine im Pazifik abgefeuert. (Archivfoto) © Imago Images

Ukraine-Krieg: Zwei Dutzend Anti-Schiffs-Raketen könnten schon ausreichen

„Wenn Putin hartnäckig bleibt, könnte die Ukraine die größten russischen Schiffe ausschalten, da sie sich im Schwarzen Meer nirgendwo verstecken können“, sagte Marine-Experte Bryan Clark vom US-amerikanischen Hudson Institute gegenüber Reuters. Weiter erklärte Clark, dass bereits zwölf bis 24 solcher Raketen ausreichend wären, um die russischen Kriegsschiffe zu bedrohen. Derzeit sollen etwa 20 Kriegsschiffe aus Russland – inklusive U-Boote – im Schwarzen Meer verweilen, schätzt das britische Verteidigungsministerium.

Eine Handvoll Länder wäre bereit, „Harpoon“-Raketen in die Ukraine zu schicken, sagten die US-Quellen im Gespräch mit Reuters. Doch niemand wolle die erste oder einzige Nation sein, da man Repressalien seitens Moskau befürchte, wenn ein Schiff mit einer Rakete aus dem eigenen Bestand versenkt werde. Sollte ein Staat jedoch erst den Anfang machen, könnten schnell andere Länder folgen, sagte ein US-Beamter.

Grundsätzlich müssen alle Waffenanfragen beziehungsweise Waffenlieferungen aus US-amerikanischer Herstellung vom US-Außenministerium genehmigt werden. Sollte eine Nation sich zu einer Lieferung bereit erklären, dürfte eine Genehmigung vonseiten der USA allerdings nur Formsache sein. (nak)

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