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„Vergewaltigt keine Frauen“: Prigoschin entlässt Wagner-Söldner mit vielsagendem Tipp

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Von: Jens Kiffmeier

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Strafe abgedient: Wagner-Chef Prigoschin hat Häftlinge für den Ukraine-Krieg rekrutiert – und die ersten Söldner jetzt freigelassen. Zum Abschied gab es einen Rat.

Moskau – Mörder, Diebe, Vergewaltiger: Die Wagner-Gruppe soll für den Ukraine-Krieg auch Söldner in russischen Gefängnissen angeworben haben. Der Deal Berichten zufolge: Nach sechs Monaten an vorderster Front winkt die Freiheit. Die ersten Häftlinge wurden nun offenbar freigelassen. Zum Abschied erteilte ihnen Söldner-Boss Jewgeni Prigoschin, genannt Putins Koch, offenbar ein paar Ratschläge. Sie werfen einmal mehr ein Schlaglicht darauf, welch zweifelhafte Truppe der Kreml in den Krieg schickt.

Ukraine-Krieg aktuell: Prigoschin entlässt Häftlinge aus den Reihen der Wagner-Söldner

„Sie haben Ihren Vertrag erfüllt. Sie haben ehrenhaft gearbeitet, mit Würde“, bedankte sich der Chef der Wagner-Söldner, Jewgeni Prigoschin, höchstpersönlich bei den Häftlingen für ihren sechsmonatigen Dienst im Ukraine-Krieg. Die Rede ist einem Video zu sehen, das die russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti verbreitete. Darauf ist „Putins Koch“ zu sehen – zusammen mit einer Gruppe teils verletzter Männer, die aber nur teilweise zu erkennen sind.

Diese sollten nun nach Ende ihrer Söldnerzeit von der russischen Gesellschaft „mit dem tiefsten Respekt behandelt werden“. Dafür gebe es aber Bedingungen, fügte Prigoschin hinzu: „Trinken Sie nicht viel zu viel, nehmen Sie keine Drogen, vergewaltigen Sie keine Frauen, machen Sie keine Dummheiten.“

Die Wagner-Söldner sind für ihre Brutalität berüchtigt. Die von Putin-Freund Prigoschin gegründete und in vielen internationalen Konflikten eingesetzte Truppe ist auch im Ukraine-Krieg für Russland an vorderster Front tätig. Derzeit sollen sich auffällig viele Kämpfer bei der Einnahme der ukrainischen Stadt Bachmut aufreiben. Der Ort in der Oblast Donezk gilt als regionaler Verkehrsknotenpunkt und hat in den Kämpfen eine hohe symbolische Bedeutung erlangt.

Wagner-Gruppe: Privatarmee von Prigoschin erleidet im Ukraine-Krieg hohe Verluste

Bei der Einnahme der Festung tut sich die Wagner-Truppe aber schwer. Das gestand Prigoschin kürzlich ein. Die Ukraine habe dort „500 Verteidigungslinien“, die man nicht durchbrechen könne, sagte er. Entsprechend hoch scheinen die Verluste für die Söldner zu sein  – so wie für die russische Armee als Ganzes. Mit einer erfolgreichen Gegenoffensive haben die ukrainischen Truppen die Angreifer in einigen Regionen der Ostukraine weit zurückgedrängt. Um die Verluste auszugleichen, soll die Wagner-Truppe mit der Rekrutierung von Häftlingen in russischen Gefängnissen begonnen haben.

Hat einigen Söldnern die Freiheit geschenkt: Wagner-Boss Jewgeni Prigoschin.
Hat einigen Söldnern die Freiheit geschenkt: Wagner-Boss Jewgeni Prigoschin. © Itarr Tass/Imaago/Montage

Rekruten für die Wagner-Söldner: Putins Koch wirbt in Gefängnissen persönlich um die Häftlinge

Unabhängig überprüfen ließ sich das bislang nie. Im September 2022 war aber ein Video aufgetaucht, in dem möglicherweise „Putins Koch“ Prigoschin persönlich in einem Knast einen Anwerbeversuch startete und die Bedingungen diktierte. Doch das Video war verwackelt und verschwommen. Dennoch verdichteten sich zuletzt die Hinweise auf die Rekrutierung. Nach US-Geheimdienstinformationen soll die Zahl der Häftlinge in den Reihen der russischen Armee und der Wagner-Söldner bis zum Jahresende 2022 auf 40.000 angewachsen sein, wie der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, John Kirby, unlängst bestätigte. Unter ihnen seien auch viele Schwerverbrecher.

Was ist die Söldner-Gruppe Wagner aus Russland?

Die Gruppe Wagner ist eine paramilitärische Einheit, die inzwischen Jewgeni Prigoschin zugeordnet werden kann. Er ist Geschäftsmann und Besitzer des Gastronomieunternehmens Konkord, das das einzige private Restaurant im Gebäude des russischen Parlaments in Moskau betreibt. Deswegen wird Prigoschin als Putins Koch bezeichnet. Seine Söldner-Truppe gilt seit ihrer Gründung im Jahr 2014 als Schattenarmee des Kremls und soll in zahlreichen Krisenregionen aktiv gewesen sein. Dabei kann die Gruppe Wagner auch in Zusammenhang mit Folter und Hinrichtungen gebracht werden.

Doch offenbar haben nicht alle Lust, den Dienst an der Waffe wirklich sechs Monate lang durchzuziehen. Vor wenigen Tagen musste Prigoschin bestätigen, dass einige Rekruten aus einem Ausbildungszentrum geflüchtet sind. Statt sechs Monate Putin und dem Vaterland zu dienen und danach die Freiheit und 100.000 Rubel zu kassieren, verschwanden sechs Männer lieber gleich von der Bildfläche – angeblich schwer bewaffnet übrigens. (jkf)

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