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Ratschläge aus sicherer Entfernung: Selenskyjs früherer Promi-Gefangener fabuliert über Kriegsende

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Von: Bona Hyun

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Putin-Verbündeter  Viktor  Medwedtschuk
Selenskyjs prominentester Gefangener, Viktor Medwedtschuk, gibt jetzt aus sicherer Entfernung Ratschläge für den Ukraine-Krieg. © dpa

Wie könnte der Ukraine-Krieg enden? Könnte wieder Frieden einkehren? Ein ehemals ukrainischer Gefangener und Oppositioneller diskutiert Szenarien.

Moskau – Der ukrainische Politiker Viktor Medwedtschuk war Vorsitzender des oppositionellen und pro-russischen Pattform „For Life“. Medwedtschuk wurde im April 2022 verhaftet. Im Zuge eines Gefangenenaustauschs wurde er im September 2022 an Russland übergeben.

Laut der russischen Nachrichtenagentur tass ist nun von ihm ein Artikel in der russische Tageszeitung Iswestija erschienen, indem er den russischen Angriff auf die Ukraine analysiert. Medwedtschuk diskutiert darin Parallelen zum Kalten Krieg – und beschreibt, warum er die Ukraine in der Verantwortung sieht, den Weg zum Frieden freizumachen, berichtet merkur.de.

Selenskyjs prominentester Gefangener gibt aus sicherer Entfernung Ratschläge für Ukraine-Krieg

Medwedtschuk zufolge sind zwei Szenarien des Ukraine-Kriegs möglich. Entweder würde der Krieg sich zu einem weltweiten, nuklearen Konflikt ausweiten oder die Spannungen würden sich legen. Für die zweite Option sei allerdings entscheidend, die Interessen aller Kriegsbeteiligten zu berücksichtigen – auch die Interessen Russlands. „Es ist wichtig zu erkennen, dass Russland eigene Interessen hat, die in Betracht gezogen werden müssen“, schrieb Medwedtschuk.

Nur so könne die derzeitige Situation entschärft werden. Damit sich der Ukraine-Krieg zudem nicht auf weitere Länder ausweite, müssten die „Stimmen des Friedens“ erhört werden, forderte Medwedtschuk. Derzeit verschaffe der Westen wenig Gehör dafür, weil die Nato-Länder die militärischen Operationen in der Ukraine unterstütze, kritisierte Medwedtschuk.

Für eine Entschärfung des Krieges müssen Ukrainer sich mehr für Frieden einsetzen

Laut Medwedtschuk gibt es viele Ukrainer, die sich Frieden herbeiwünschten und die Militäroperationen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verurteilten. Sein Vorschlag: Diese müssten eine eigene politische Friedensbewegung ins Leben rufen und sich weiterhin für Frieden einsetzen. Medwedtschuk hält solch eine Bewegung nur wirksam ohne eine Beteiligung westlicher Länder.

Der ukrainische Staatsbürger Medwedtschuk würde eine Annäherung zwischen Russen und Ukrainern begrüßen und betonte, dass die „anti-russische Haltung“ der Ukrainer nur „Trauer“ und „Armut“ erzeugt hätte. Den Ursprung des Ukraine-Kriegs sieht Medwedtschuk darin, wie der Kalter Krieg endete. Weitere Szenarien könnten künftig darauf aufbauend folgen. (bohy)

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