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Ukraine konzentriert sich auf Donbass-Befreiung: „Luhansk ist direkt nebenan“

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Von: Nadja Austel

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Die ukrainischen Truppen rücken entlang des Flusses Oskil vor und bedrohen nun die russischen Streitkräfte im Donbass – Russlands wertvollstem besetzten Gebiet.

Kiew – Wie das ukrainische Militär erklärt, haben die landeseigenen Truppen den strategisch wichtigen Fluss Oskil überquert und bereiten eine Offensive gegen die russischen Besatzungstruppen im östlichen Donbass vor – eine Region, die Moskau zu erobern versprochen hatte. Die Überquerung des Oskil ist ein weiterer Meilenstein in der ukrainischen Gegenoffensive in der nordöstlichen Region Charkiw. Der Fluss mündet im Süden in den Siwerskyj Donez, der sich durch den Donbass schlängelt. Letzterer steht im Mittelpunkt der russischen Invasion.

Dahinter liegt die Provinz Luhansk, die seit 2014 als Basis für die russischen Separatisten dient und seit Juli nach einigen der blutigsten Kämpfe des Krieges vollständig in russischer Hand ist. Die Truppen Kiews seien „über den Oskil vorgedrungen“ und seit Sonntag kontrolliere die Ukraine das Ostufer, verkündete das ukrainische Militär am Montag (19. September) auf Telegram. Serhiy Serhiy Haidai, Gouverneur von Luhansk, schrieb ebenfalls auf Telegram: „Die Region Luhansk ist direkt nebenan. Die Befreiung ist nicht mehr weit entfernt.“

Ukraine-Krieg: Niederlage für Russland – weder Kiew noch Charkiw erobert

Ukrainische Truppen durchbrachen in diesem Monat bereits die Frontlinie in der Region Charkiw und schickten russische Truppen in die Flucht, die ihre Panzer und Munition zurückließen. Der russische Rückzug bedeutete die größte Niederlage für Moskau, seit es seine Truppen aus der Umgebung der Hauptstadt Kiew zurückzog. Dort war der Versuch, die Stadt in der Anfangsphase der Invasion einzunehmen, im April gescheitert.

Der Rückschlag hat laut Bericht von Aljazeera zu einer erneuten Diskussion unter den nationalistischen Kritikern des Kremls geführt. Unter diesen frage man sich demnach, warum Moskau es versäumt habe, die Ukraine zu Beginn der Invasion durch Angriffe auf die Kernkraftwerke des Landes zu schwächen.

Ukraine-Krieg
Die ukrainische Armee rückt immer weiter in die von Russland besetzten Gebiete vor. (Symbolfoto) © Miguel Medina / AFP

Ukraine-Krieg lässt Kreml schwächeln: „Umgruppierung“ statt „Rückzug“ der Truppen

Seit der Vertreibung aus Charkiw hat Russland laut Informationen der Ukraine wiederholt Kraftwerke, Wasserinfrastrukturen und andere zivile Einrichtungen beschossen, was die Ukraine als Vergeltung für Niederlagen auf dem Schlachtfeld ansieht. Moskau bestreitet indes, absichtlich auf Zivilisten und kritische Infrastruktur zu zielen.

Die raschen Verluste Russlands in den letzten Wochen haben die PR-Kampagne des Kremls nachhaltig erschüttert, die nie von der Behauptung abwich, die „militärische Sonderoperation“ verlaufe „nach Plan“. Offiziell gab Russland lediglich bekannt, dass es einige Truppen aus der Region Charkiw abziehe, um sie anderswo neu zu gruppieren. Doch die Verluste werden sogar von Kommentatoren im staatlichen Fernsehen offen zugegeben.

Ukraine-Krieg: Putin könnte das Grinsen noch vergehen

Der russische Präsident Wladimir Putin kündigte unterdessen an, seinen Feldzug gegen die Ukraine fortzusetzen und warnte vor einer „ernsthafteren“ militärischen Antwort auf die „terroristischen Akte“ der Ukraine. Auf einem Gipfeltreffen in der vergangenen Woche spielte Putin den ukrainischen Vorstoß laut Aljazeera herunter.

„Die Kiewer Behörden haben angekündigt, dass sie eine aktive Gegenoffensive eingeleitet haben und durchführen“, sagte er demnach mit einem Grinsen, und weiter: „Mal sehen, wie das ausgeht.“ (na)

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