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Bürgermeister von Kiew

Ukraine: Vitali Klitschko nennt Putin den „Wundbrand Europas“

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Vitali Klitschko, einst Box-Weltmeister und nun Kiews Bürgermeister, trainiert mit der ukrainischen Armee – und richtet deutliche Worte an den russischen Präsidenten.

Kiew – Er gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Ukraine. Vitali Klitschko, dreifacher Boxweltmeister im Schwergewicht und für viele einer der Besten, die den Ring je bestiegen haben. Doch seit einigen Jahren macht der heute 50-jährige Vitali Schlagzeilen, in einer ganz anderen Profession.

Seit Mai 2014 ist Klitschko der gewählte Bürgermeister von Kiew, der Hauptstadt der Ukraine. Das Land befindet sich seit Wochen im Konflikt mit Russland. Der große Nachbarstaat verstärkte unlängst die eigenen Truppen an der Grenze. Der russische Präsident Wladimir Putin lehnte ein klares Bekenntnis zum friedvollen Miteinander mit der Ukraine konsequent ab. Die Nato versetzte aufgrund der Situation an der Grenze zwischen den beiden Ländern ihre Eingreiftruppe in Alarmbereitschaft.

Ukraine-Konflikt mit Russland: Vitali Klitschko probt mit der Armee den Ernstfall

Auch die ukrainischen Streitkräfte proben den Ernstfall: einen Überfall Russlands. An dem Training nimmt auch Vitali Klitschko teil. Der spätere Box-Weltmeister war in den 1980er Jahren Teil der sowjetischen Streitkräfte und Armeesportler. Nun trainiert Klitschko nach eigenen Angaben mit Reservisten der ukrainischen Armee. Man bereite sich mit Übungen in Kiew auf eine Invasion Russlands vor, so Klitschko gegenüber dem britischen Daily Telegraph. Die Manöver würden Angriffssimulationen beinhalten sowie taktisches Training und operative Maßnahmen im Falle einer Invasion.

Vitali Klitschko richtet deutliche Worte an Wladimir Putin. (Archivfoto)

Im Rahmen des Gesprächs mit der britischen Tageszeitung richtete Vitali Klitschko auch ein paar eindeutige Worte an Wladimir Putin. Der russische Präsident sei ein „Gangrän“, ein Wundbrand, der Europa befallen hätte. Sollte Putin seine Angriffspläne fortsetzen, werde er mit Widerstand aus der Ukraine rechnen müssen, so Klitschko. „Wir werden Dir nicht gestatten, das sowjetische Imperium zurückzubringen, das wir schon immer abgelehnt haben“, so der frühere Schwergewichtsmeister zweier Verbände. Die Ukraine habe sich „für den europäischen Weg entschieden“. Vom Westen forderte Klitschko eine „unzweideutige, starke Antwort“ auf die Provokationen Putins, die auch Sanktionen gegen die Gaspipeline Nordstream 2 beinhalten sollten.

Vitali Klitschko: Bürgermeister von Kiew und scharfer Kritiker von Wladimir Putin

Vitali Klitschko wurde nach mehreren Versuchen im Jahr 2014 in Kiew zum Bürgermeister gewählt. Zuvor war der einstige Profisportler gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Wladimir, ebenfalls mehrfacher Box-Weltmeister, als politischer Aktivist in der Ukraine aufgetreten. Vor allem bei den „Maidan“-Protesten hatte sich Klitschko einen Ruf erarbeitet. Sowohl die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützten in der Folge seine politischen Ambitionen. Die erhielten kurz darauf einen Dämpfer, als Klitschko sowohl in seinem Heimatland als auch in seiner langjährigen Wahlheimat Deutschland dafür kritisiert wurde, ein Bündnis mit der antisemitisch und nationalistisch eingestellten Partei Swoboda eingegangen zu sein.

Vitali Klitschko, Boxwelt- und Bürgermeister von Kiew, mit ukrainischen Soldaten. (Archivbild)

An seinem Promi-Status änderte aber auch die zumindest vorübergehende Zusammenarbeit mit einer Partei, die laut Recherchen der Süddeutschen Zeitung Kontakte zur NPD pflegte, nichts. Vitali Klitschko durfte unlängst in der Bild-Zeitung über die Aggression aus Russland gegen die Ukraine sprechen. Dort erzählte Klitschko, er trainiere gemeinsam mit den ukrainischen Reservisten, „um für mein Heimatland zu kämpfen“ und dieses gegen Putin zu verteidigen. „Aber diesen Kampf können wir nicht alleine gewinnen“, so Klitschko.

Vitali Klitschko: Zur Person

NameVitali Wladimirowitsch Klitschko
Alter50 Jahre (geboren am 19. Juli 1971 in Belowodsk, Sowjetunion)
Größe2,01 Meter
EhepartnerinNatalja Klitschko (seit 1996)
BerufBürgermeister von Kiew (seit 2014)

Doch wer die Ukraine wirklich in einem möglichen Krieg gegen Russland unterstützen würde, ist bislang alles andere als klar. Joe Biden, Präsident der USA, vermied ein klares Solidaritätsbekenntnis bislang. Zumindest eine entschlossene Reaktion sicherte Biden seinem Amtskollegen Wolodymyr Selenskyi zu. Wie diese aussehen würde, sollte Putin den Marschbefehl erteilen, das bleibt Bidens Geheimnis. (Daniel Dillmann)

Rubriklistenbild: © Evgen Kotenko/Imago

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