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Streubomben im Ukraine-Krieg: Putins General aus Syrien verantwortlich

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Von: Marvin Ziegele

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Der russische General Alexander Schurawljow (rechts) soll für die Streubombenangriffe im Ukraine-Krieg verantwortlich sein.
Der russische General Alexander Schurawljow (rechts) soll für die Streubombenangriffe im Ukraine-Krieg verantwortlich sein. © ALEXEY NIKOLSKY/AFP

Russland nutzt Streumunition gegen die Ukraine. Bereits in Syrien wurde diese Strategie genutzt. Offenbar ist der verantwortliche General in beiden Fällen derselbe. 

Kiew – Die russischen Streitkräfte haben in der Ukraine nach einem Bericht der Organisation Human Rights Watch international geächtete Streumunition eingesetzt. Dadurch seien Hunderte Zivilisten ums Leben gekommen sowie Schulen, Wohn- und Krankenhäuser beschädigt worden, berichtete die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag in Genf. Auch die ukrainische Armee habe solche Munition mindestens einmal eingesetzt.

Auch in Syrien wurden Streubomben unter russischer Planung eingesetzt, insbesondere vom ranghohen General Alexander Schurawljow. Laut des US-Nachrichtensenders CNN soll die Artilleriebrigade, die Streumunition in der Ukraine einsetzte, direkt dem Befehl von Schurawljow unterstehen.

Ukraine: General aus Syrien soll Streubomben-Angriff befohlen haben

Mehrere Militärexperten erklärten gegenüber CNN, dass Schurawljow – das russische Äquivalent zu einem Oberbefehlshaber des US-Militärs – der einzige Offizier ist, der befugt ist, einen Angriff mit Streumunition, abgeschossen von BM-30-Raketenwerfern, in seinem Bezirk anzuordnen. Da es sich um eine hochwertige Waffe handelt, muss sie von höchster Stelle abgesegnet werden. 

Schurawljow erhielt im Jahr 2016 laut CNN ein Kommando in Syrien, wo Russland unter Wladimir Putin das Regime von Machthaber Baschar al-Assad im Kampf gegen rebellische Gruppierungen unterstützte. Als Schurawljow das Kommando übernahm, befand sich Russland in einem brutalen Kampf mit syrischen Oppositionstruppen um den Ostteil der Stadt Aleppo.

Ukraine-Krieg: Streubomben-Einsatz erinnert an Syrien

Hier soll er erstmals Streubomben eingesetzt haben, was Dokumente des Violations Documentation Center belegen. Insgesamt sollen zwischen dem 10. September und dem 10. Oktober 2016 rund 137 Mal Streubomben in Aleppo zum Einsatz gekommen sein. Der Kreml und das russische Verteidigungsministerium haben auf die Bitte von CNN um eine Stellungnahme nicht reagiert.

In Charkiw sprach CNN mit Dutzenden von Augenzeugen in mehreren Vierteln, die am 27. und 28. Februar von 11 Streumunition-Raketenangriffen betroffen waren. Sie berichteten über den Tod und die Zerstörung, die die Streumunition in ihrer Stadt angerichtet hat. Die Straßen sollen mit Verwundeten, brennenden Autos und Glasscherben übersät gewesen sein. Ein Augenzeuge berichtete, dass allein in seinem Wohnhaus bei einem einzigen Streumunitions-Raketenangriff bis zu einem Dutzend Menschen verletzt wurden. CNN zitiert einen EinwHunohner: „Ich weiß nicht, was das genau war, aber es war überall im Bezirk zu sehen. Diese kleinen Teile, die explodieren und gefährliche Schrapnells überall verteilen.“

Krieg in der Ukraine: Streubomben laut internationalem Recht verboten

Es gibt einen internationalen Vertrag, der seit 2010 den Einsatz, die Lagerung, den Handel und die Produktion von Streumunition verbietet (Übereinkommen über Streumunition). Daran sind aber streng genommen nur die 110 Vertragsstaaten gebunden. Russland und die Ukraine gehören nicht dazu. Gleichwohl ist der Einsatz dieser Waffen durch die breite Verurteilung durch viele Länder international geächtet. (marv)

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