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Ukraine-Konflikt: Rätselraten um Seeminen im Schwarzen Meer

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Der Ukraine-Konflikt bedroht immer mehr die Anrainerstaaten am Schwarzen Meer. Rumänien und die Türkei mussten bereits vor ihrer Küste Seeminen unschädlich machen. Was steckt dahinter?

Ankara - Der Ukraine-Konflikt wird immer mehr zum Problem für die Schifffahrt. Immer mehr Seeminen werden an die türkische Schwarzmeerküste und den Bosporus angespült. Mindestens drei Minen mussten bislang gesprengt werden, teilt das türkische Verteidigungsministerium mit. Wer aber die Minen verlegt hat, bleibt noch offen.

Ukraine-Konflikt: „Wir lassen es nicht zu, in den Krieg hineingezogen zu werden!“

Es gäbe Meinungen, nach denen vielleicht die Seeminen ausgelegt worden seien, um Kriegsschiffe der Nato ins Schwarze Meer zu locken, wird der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar auf CNN Türk zitiert. Die Türkei* werde es verbieten, dass die Anrainerstaaten am Schwarzen Meer in den Ukraine-Konflikt hineingezogen werden, so Akar.

Die an der türkischen Küste entdeckten Seeminen seien mit einer Sicherheitsvorrichtung versehen. Wenn diese sich von ihren Verankerungen lösten, so seien sie nicht mehr scharf und würden damit keine Gefahr mehr für Schiffe darstellen, so Akar. Bei den entdeckten Seeminen habe es solche Sicherheitseinrichtungen aber nicht gegeben. Laut dem türkischen Verteidigungsminister wird derzeit geprüft, ob diese Minen wissentlich vor der türkischen Küste abgelassen worden sind. „Unsere Minensuchschiffe sind in Alarmbereitschaft. Seeminen, die wir ausfindig machen, werden sofort vernichtet,“ teilte der türkische Verteidigungsminister über Twitter mit.

Ukraine-Krieg
Im Ukraine-Konflikt tauchen immer mehr Seeminen auf. © dpa

Ukraine-Konflikt: Seeminen auch vor rumänischer Küste

Umhertreibende Seeminen wurden auch vor der rumänischen Küste entdeckt und sind inzwischen gesprengt worden. Die Anrainerstaaten am Schwarzen Meer wollen deswegen intensiver zusammenarbeiten. Das beschlossen die Verteidigungsminister von Bulgarien, Rumänien, Georgien, der Ukraine*, der Türkei und Polens in einer gemeinsamen Konferenz zum Ukraine-Krieg* in der vergangenen Woche.

Sorge bereitet den Anrainerstaaten vor allem die Ungewissheit, wie viele Minen noch im Schwarzen Meer umhertreiben. Russland* und die Ukraine beschuldigen sich gegenseitig, die Minen gelegt zu haben. Schätzungen gehen bis zu Hunderten umhertreibenden Seeminen aus. Bestätigt werden kann das aber niemand.

Ukraine-Konflikt: Soll Kiewer Regierung geschwächt werden?

Der im Exil lebende ehemalige Marineoffizier Halis Tunc glaubt nicht daran, dass die Ukraine hinter den Seeminen steckt. „Es sieht danach aus, dass Russland die Seeminen im Schwarzen Meer verlegt hat.“ So die Ansicht von Tunc. Würde der Westen der Ukraine die Schuld geben, würde das die Kiewer Regierung schwächen. Die Unterstützung etwas durch Nato-Staaten* für die Ukraine würde dadurch nicht mehr sicher sein, so Tunc.

Derzeit steckten nach Informationen des Verbandes Deutscher Reeder bis zu 60 Handelsschiffe im Schwarzen Meer fest, darunter auch mehrere Schiffe deutscher Reedereien. Die Ungewissheit sowie die dadurch gestiegenen Versicherungsprämien für Handelsschiffe könnten die Preise etwa für Weizen und Sonnenblumen weiter in die Höhe treiben. Für die westlichen Staaten wäre das ein weiterer wirtschaftlicher Schaden, schätzt der ehemalige Marineoffizier die Situation um den Ukraine-Konflikt ein. (Erkan Pehlivan) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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