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Kreml-Sprecher zur Ukraine-Invasion durch Russland: „Völlig verrückt“

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Von: Katja Thorwarth

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Kreml-Sprecher Dimitri Peskow sieht viele Differenzen zwischen Russland und dem Westen.
Kreml-Sprecher Dimitri Peskow sieht viele Differenzen zwischen Russland und dem Westen. © Ramil Sitdikov/Imago

Russland und der Westen vertreten nach wie vor im Ukraine-Konflikt „völlig unterschiedliche“ Positionen. Bezüglich Nato sei keine Einigung in Sicht.

Washington/Moskau/Kiew - Zwischen den USA und Moskau scheinen die Fronten in Sachen Ukraine-Konflikt verhärtet. Während aus Washington Vermutungen kommen, Russland arbeite an einem Vorwand, um in die Ukraine einzumarschieren, weist Moskau die Vorwürfe von sich und spricht von „haltlosen und durch nichts betsätigten“ Erklärungen.

Daran konnten auch die diplomatischen Krisengespräche nichts ändern, die in der vergangenen Woche stattgefunden haben. Nach Ansicht des Kreml vertreten Russland und der Westen weiterhin „völlig gegensätzliche“ Positionen. Dies sei „beunruhigend“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in einem am Sonntag (16.01.2022) ausgestrahlten Interview mit dem US-Sender CNN. Derweil erklärte die US-Regierung, sie sei weiter bereit, nach einer diplomatischen Lösung zu suchen, kündigte aber zugleich eine „robuste Antwort“ an, falls Russland die Ukraine angreifen sollte.

Forderungen des Kreml an die Nato: Bereit zu Vergeltungsmaßnahmen

Einigkeit herrsche dennoch in einigen Punkten, betonte Peskow, jedoch sei man in Grundsatzfragen weiterhin „völlig gegensätzlich“. Auf die Frage nach einer möglichen russischen Invasion in der Ukraine sagte Peskow in dem CNN-Interview: „Niemand bedroht irgendjemanden mit einer Militäraktion. Dies wäre verrückt.“ Wenn die Nato nicht auf die Forderungen des Kreml eingehe, sei Russland aber „bereit, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen“, sagte Peskow weiter.

Angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarschs an der Grenze zur Ukraine vermuten die USA und andere westliche Staaten, dass Russland nach der Annexion der Krim 2014 derzeit einen Einmarsch im Nachbarland vorbereitet. Der Kreml weist dies kategorisch zurück. Gleichzeitig fordert er von den USA und der Nato Abkommen, mit denen eine Osterweiterung der Nato sowie die Errichtung von US-Militärstützpunkten in Staaten der ehemaligen sowjetischen Einflusssphäre untersagt werden sollen.

Ukraine-Konflikt: USA will über neue Schritte informieren - zu „robuster Antwort“ bereit

Die USA kündigten an, in den kommenden Tagen über ihre „nächsten Schritte“ zu informieren. „Wir stehen in engem Kontakt mit unseren Verbündeten und Partnern, einschließlich der Ukrainer“, sagte der Nationale Sicherheitsberater von Präsident Joe Biden, Jake Sullivan. Falls Russland an einer diplomatischen Lösung interessiert sei, werde die USA diesen Weg „im Gleichschritt mit unseren Verbündeten“ beschreiten. Washington sei aber auch zu einer „robusten Antwort“ bereit, falls der Konflikt weiter eskalieren sollte und Russland in die Ukraine einmarschiere, betonte Sullivan.

Russland hingegen wolle „keinen Prozess nur um des Prozesses willen“, sagte der Kreml-Sprecher im Hinblick auf die Differenzen. Man wolle nicht ewig über Meinungsunterschiede diskutieren, sondern fordere die Bereitschaft, „unsere Sorgen zu berücksichtigen“.

Parallel will Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) in der aufgeladenen Situation vermitteln. Sie reist am Montag zunächst in die Ukraine und nach Russland weiter am Dienstag. (ktho/afp)

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