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Ukraine-Konflikt: Russland und USA rüsten in der Arktis auf

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Von: Marvin Ziegele

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Russische Truppen während eines Manövers in der arktischen Region.
Russische Truppen während eines Manövers in der arktischen Region. © Alexei Yereshko/imago

Der Ukraine-Konflikt bleibt weiterhin ungelöst. Doch auch an anderer Stelle könnten die Spannungen zwischen den USA und Russland eskalieren. 

Washington/Moskau – Die Spannungen im Ukraine-Konflikt nehmen weiter zu. Mehrfach warnten die USA* in den vergangenen Wochen davor, dass Russland* angesichts massiver Truppenbewegungen in die Ukraine einmarschieren könnte. Die Fronten scheinen dabei klar. Die Nato* in osteuropäischen Staaten wie Polen, Litauen, Estland oder Lettland und Russland an der Ostgrenze der Ukraine*. Doch es gibt eine weitere Front, an der die Spannungen zwischen den USA und Russland* einen neuen Höhepunkt seit des Kalten Krieges erreichen: die Arktis.

Wie das Nachrichtenportal Newsweek berichtet, steigen die Spannungen in den arktischen Regionen zwischen den USA und Russland sprunghaft an. Forschende aus den USA zeigen sich besorgt, dass die sich verschlechternden Beziehungen zwischen den USA und Russland auch auf die Kommunikation und Zusammenarbeit in der Arktis auswirken könne.  

Ukraine-Konflikt: Experte prognostiziert Spannungen zwischen USA und Russland

„Selbst während des Kalten Krieges und durch die verstärkten militärischen Aktivitäten in den letzten Jahren war die Arktis immer noch ein Ort, an dem die acht arktischen Nationen zusammenkamen und zum größten Teil die globale Politik von der Arktis getrennt hielten“, sagte Michael Sfraga, Gründungsdirektor des Polarinstituts und von Joe Biden* zum Vorsitzenden der U.S. Arctic Research Comission ernannt, gegenüber Newsweek. Nun sei das „leider nicht mehr der Fall.“

Die wachsenden Spannungen zwischen USA und Russland könnte zum Zusammenbruch von langjährigen Kooperationen führen, wie etwa der Austausch von Daten, Forschung und gemeinsamen Übungen. „Die Trendlinie hielt sich während des Kalten Krieges, die Trendlinie hielt sich bis 2014 und bis vor kurzem“, so Sfraga. „Und jetzt sehe ich eine ganz andere Dynamik, bei der das Ausmaß und die Tragweite dessen, was in der Ukraine passieren könnte, jede andere Angelegenheit in den Schatten stellt, mit der wir uns in den letzten Jahrzehnten befasst haben.“ Er warnte sogar davor, dass es sich um etwas handelt, „mit dem wir uns seit dem Zweiten Weltkrieg wahrscheinlich nicht mehr befassen mussten.“

USA und Russland im Ukraine-Konflikt: Keine alarmierten US-Einheiten in der Arktis

Er betonte: „Ich denke, dass alle bilateralen und multilateralen Abkommen und Kooperationen eingefroren werden könnten – buchstäblich und im übertragenen Sinne – und das würde die Arktis einschließen.“ Auch wenn die Prognose des US-Experten beunruhigend scheint, gab es bis zuletzt vonseiten des Pentagons keine Erklärung über alarmierte US-Einheiten in der Arktis.

Auch Russland zeigt laut Newsweek keine Zeichen für eine Eskalation in der arktischen Zone. Nikolay Korchunov, Sonderbotschafter Russlands innerhalb des Arktischen Rates, betonte, dass Russland für einen „ganzheitlichen Ansatz für die Entwicklung der Arktis“ stehe. „Russland ist der Meinung, dass es in der Arktis keine Probleme gibt, die militärisch gelöst werden müssen. Im Gegenteil, wir betrachten diese Region als eine Region mit einem großen Potenzial für Kooperation und Teamwork angesichts der globalen Herausforderungen.“

Ukraine-Konflikt: Russland zeigt sich deeskalativ

Russland umfasst mehr als die Hälfte der Küstenlinie des Arktischen Ozeans und etwa ein Drittel der gesamten arktischen Region. In der russischen Arktis leben etwa 2,5 Millionen Menschen und sie verfügt über wichtige natürliche Ressourcen, die bis zu 11 % des BIP des Landes und ein Fünftel seiner Exporte ausmachen. (Marvin Ziegele) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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