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Ukraine-Konflikt: Putin sucht neue Verbündete

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Von: Max Schäfer

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Wladimir Putin (links) und Ebrahim Raisi (rechts) beraten über eine Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran.
Wladimir Putin (links) und Ebrahim Raisi (rechts) beraten über eine Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran. © Iranian Presidency/Zuma Wire/Imago

Mitten in der Ukraine-Krise trifft sich Wladimir Putin mit dem iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi. Beide wollen die Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran weiter ausbauen.

Moskau – Der Ukraine-Konflikt sorgt für eine diplomatische Krise zwischen Russland und den westlichen Staaten. Eine mögliche Maßnahme des Westens könnte sein, weitere wirtschaftliche Sanktionen zu verhängen. Mitten in diese Krise fällt der erste Besuch des iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi in Moskau, wo er sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über eine Ausweitung der bilateralen Zusammenarbeit austauschte.

In den Beziehungen zwischen Russland und dem Iran sehe er keine Grenzen, erklärte Raisi laut Al Jazeera. Er glaube, dass die Beziehungen der beiden Staaten auf die „strategische“ Ebene gehoben worden seien. „Die Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit zwischen dem Iran und Russland wird zur Entwicklung der Wirtschaft beider Länder und zu mehr Sicherheit in der Region führen“, sagte Irans Präsident beim Treffen am Mittwoch (19.01.2022) in Moskau.

Der Iran habe außerdem eine Reihe von Dokumenten für ein neues 20-jähriges Kooperationsabkommen überreicht. Das bisherige Abkommen ist 2021 abgelaufen, hätten sie an Verbesserungen gearbeitet, erklärte Raisi.

Mitten im Ukraine-Konflikt: Russland und Iran wollen Zusammenarbeit ausweiten

Wladimir Putin lobte ebenfalls die enge Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran und würdigte die Annäherung des Irans an die Eurasische Wirtschaftsunion. Beide Seiten arbeiteten an der Schaffung einer Freihandelszone, so Putin. Der russische Präsident erkundigte sich außerdem zu Raisis Meinung vom Atomabkommen des Irans mit dem Westen erkundigt, das die USA 2018 einseitig aufgekündigt hatten.

Beide Präsidenten betonten die Zusammenarbeit beider Nationen bei der Bekämpfung von Terrorismus und organisiertem Verbrechen. Ihre „erfolgreiche Erfahrung“ in Syrien, wo beide Nationen den autoritären Machthaber Bashar al-Assad unterstützt hatten, könne auch in Afghanistan und im Kaukasus genutzt werden, erklärte Irans Präsident Ebrahim Raisi. Auch Putin lobte das gemeinsame Engagement. Sie hätten eine Schlüsselrolle dabei gespielt, „der syrischen Regierung zu helfen, die vom internationalen Terrorismus ausgehenden Bedrohungen zu bekämpfen“, zitierte Al Jazeera den russischen Präsidenten. Auch Putin zeigte sich besorgt über die Situation in dem von den Taliban kontrollierten Afghanistan.

Ukraine-Konflikt: Irans Präsident Raisi kritisiert Nato

Beim Ukraine-Konflikt erhielt Putin moralische Unterstützung von Raisi. „Die Infiltration der Nato im Kaukasus und in Zentralasien wird die gemeinsamen Interessen unabhängiger Länder bedrohen“, erklärte der iranische Präsident beim Treffen mit Wladimir Putin und erinnerte an die eigenen Spannungen mit den USA. Genau wie Russland habe sich der Iran gegen alte Sanktionen der USA gestellt.

„Die derzeitigen außergewöhnlichen Umstände erfordern Synergien zwischen unseren beiden Ländern gegen den Unilateralismus der USA“, sagte Raisi.

Irans Präsident Ebrahim Raisi wurde bei seiner zweitägigen Russland-Reise von seinem Außenminister Hossein Amirabdollahian, Erdölminister Javad Owji und Wirtschaftsminister Ehsan Khandoozi begleitet. Am Donnerstag (20.01.2022) sprach Raisi vor der Duma und traf sich mit Vertretern aus der Wirtschaft. (ms)

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