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Krieg in der Ukraine: Präsident Selenskyj fürchtet um sein Leben

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Von: Sandra Kathe

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Unmittelbar nach den ersten russischen Angriffen verhängt der Präsident der Ukraine das Kriegsrecht über sein Land und sucht das Gespräch zu Unterstützern.

Kiew - Mit einer Videobotschaft hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Vormittag nach den ersten russischen Angriffen auf die Ukraine* an die Bevölkerung gewandt und die Ukrainer:innen zu Stärke und Zusammenhalt aufgerufen und gleichzeitig vor Panik gewarnt. Selenskyj kündigte an, dass die Ukraine das Kriegsrecht über das gesamte Land verhängt habe und die Armee und der Verteidigungssektor im ganzen Land im Einsatz sei.

Er selbst sei im Austausch mit Vertreter:innen anderer Staaten, die der Ukraine Unterstützung zugesagt hätten. Konkret kündigte er an, US-Präsident Joe Biden* sei bereits damit beschäftigt, internationale Unterstützung für die Ukraine zu organisieren. Selenskyj versprach sich persönlich und regelmäßig bei der ukrainischen Bevölkerung zu melden.

Eine erste Ansprache an die Bevölkerung nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine nahm Wolodymyr Selenskyj als Smartphone-Video auf.
Eine erste Ansprache an die Bevölkerung nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine nahm Wolodymyr Selenskyj als Smartphone-Video auf. © Efrem Lukatsky/dpa

Russischer Angriff auf die Ukraine: Präsident Selenskyj mit drastischen Worten

Auch mit Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hatte Selenskyj am Donnerstag bereits telefoniert und ihm klar gemacht, dass er in großer Sorge um die Existenz seines Landes, das Leben seiner Mitbürger sowie auch um sein eigenes Leben sei. „Der ukrainische Präsident hat mit den Worten begonnen, er meldet sich aus einem Land, wo er nicht mehr weiß, wie lange es besteht, und er meldet sich als Präsident ohne zu wissen, wie lange er noch am Leben ist“, zitierte die Nachrichtenagentur AFP den österreichischen Kanzler. Selenskyjs Schilderungen gegenüber Nehammer zufolge gibt es schwere Kampfhandlungen auf dem Gebiet der Ukraine, es gebe sehr viele Tote, zivile Infrastruktur sei betroffen.

Nehammer warf Russland*, im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder* (CSU*) in Wien, einen Völkerrechtsbruch vor. Dazu betonte Nehammer, ein einheitliches Vorgehen der Europäer mit Sanktionen sei nun wichtig. Es dürfe aber auch der Gesprächsfaden nicht abreißen. „In einer Zeit des Todes - und das ist Krieg - sprechen leider vielmehr die Waffen als die Diplomaten. Das muss man umkehren“, sagte Nehammer laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur.

Krieg in der Ukraine: Nehammer und Söder kündigen Hilfe für Geflüchtete an

Gemeinsam mit Söder kündigte Nehammer zusätzlich an, etwaigen Geflüchteten aus der Ukraine helfen zu wollen. „Wir werden den Ländern zur Seite stehen, die unmittelbar betroffen sind“, sagte er mit Blick auf mögliche Fluchtbewegungen in Nachbarländer der Ukraine wie Polen. Den Menschen, die Schutz suchten, solle nachbarschaftlich geholfen werden. (ska mit dpa/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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