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Wilde Verschwörungstheorie: Glaubt Putin an versteckte Nato-Offiziere?

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Von: Kim Hornickel

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Russische Staatsmedien verbreiten Gerüchte, Wladimir Putin wolle in Mariupol „ausländische Söldner“ entlarven und belagere deshalb das Asow-Stahlwerk. (Archivbild)
Russische Staatsmedien verbreiten Gerüchte, Wladimir Putin wolle in Mariupol „ausländische Söldner“ entlarven und belagere deshalb das Asow-Stahlwerk. (Archivbild) © Mikhail Klimentyev/Imago Images

Das Asow-Stahlwerk in Mariupol hält dem russischen Druck stand und kann nicht erobert werden. Doch die russische Regierung hat ihre ganz eigene Erklärung.

Moskau/Kiew – Zwei Monate nach Russlands Angriff auf die Ukraine nimmt die Gewalt in Putins Angriffskrieg weiter zu. Umso mehr verwundert es Beobachter und die russischen Medien, dass Präsident Wladimir Putin das Asow-Stahlwerk im größtenteils besetzten Mariupol nicht stürmen lässt – wie zuvor angedroht – sondern stattdessen blockiert. Um das diffuse Handeln des Präsidenten mit scheinbar validen Fakten zu unterstützen, verbreiten russische Medien jetzt Gerüchte über die Insassen des besetzten Stahlwerkes.

Laut dem amerikanischen Nachrichtenportal „The Daily Beast“ geben russische Staatsmedien, an das Stahlwerk sei zunächst noch nicht eingenommen, da sich auch westliche Söldner“ und sogar Nato-Offiziere in dem Gebäude verschanzt hätten.

Ukraine-Konflikt: Außenministerium berichtet von vermeintlich „ausländischen Söldnern“

Auch ein Sprecher des russischen Verteidigungsministerium hatte bereits von vermeintlich „ausländischen Söldnern“ der Vereinigten Staaten und der EU auf dem Gelände des Stahlwerk gesprochen. Diese seinen jedoch „sicher blockiert“, wie „The Daily Beast“ den Sprecher zitiert. Nur die Anwesenheit der nicht-russischen Soldaten habe die Regierung in Moskau von einem Bombardement des Stahlwerkes abgehalten, mutmaßte das russische Staatsfernsehen, so „The Daily Beast“.

Militärexperte AD. Colonel Yury Knutov streute in der Sendung „60 Minutes“ außerdem die Theorie, dass sich Geheimnisse von globaler Tragweite in dem ukrainischen Stahlkraftwerk befinden könnten, so „The Daily Beast“. Diese aufzudecken hätte eine so immense Tragweite, dass sogar der französische Wahlkampf entscheidend beeinflusst werden könnte, sagte Knutov in der Fernsehshow. Emmanuel Macrons Herausforderin Marine Le Pen und ihre russlandfreundliche Haltung war stets von der russischen Regierung favorisiert worden.

Asow-Stahlwerk in Mariupol: Militärexperte spricht von Belagerung als Teil von Putins Plan

Knutov glaubt derweil an die Anwesenheit hochrangiger Natomitglieder in dem Stahlwerk. Würden diese entdeckt, zeigten sich die angeblichen Lügen der westlichen Staaten, erklärte er. Diese hatten stets beteuert, dass sie nicht selber militärisch in den Ukraine-Konflikt eingreifen werden. Laut Knutov stünden westliche Staaten nach einer vermeintlichen Enttarnung vor immensen Problemen und die Präsidenten-Kandidatur des Franzosen Emmanuel Macron sei verloren, wie „The Daily Beast“ den russischen Militär zitiert.

Deshalb sei Putins Strategie, die im Asow-Stahlwerk in Mariupol angeblich versteckten ausländischen Militärangehörigen zu entlarven, statt sie mit Bomben zu bekämpfen, die richtige, so Knutov. Er sehe die Nato bereits tief in den Ukraine-Krieg verstrickt, obwohl westliche Staaten wie Deutschland immer wieder beteuert hatten, nicht in den militärischen Konflikt einzugreifen, widerspricht er. Knutov glaubt stattdessen an einen Stellvertreter-Krieg der Nato gegen die Russische Föderation auf ukrainischem Gebiet. (kh)

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