1. Startseite
  2. Politik

Ukraine hofft auf Schutz gegen den russischen Raketenhagel

Erstellt:

Von: Thomas Spang

Kommentare

„Patriot“-Systeme sind weltweit im Einsatz.
„Patriot“-Systeme sind weltweit im Einsatz.Foto by JACK GUEZ / AFP. © Jack Guez/afp

Die Ukraine wünscht sich seit langem eine modernere Flugabwehr. Jetzt sind die USA offenbar zur Lieferung des „Patriot“-Systems bereit – aus Moskau kommen daraufhin warnende Worte.

Angesichts der massiven Luftangriffe Russlands auf zivile Infrastruktur in der Ukraine bereitet das Pentagon die Lieferung eines hochmodernen Raketen-Abwehrsystems vor. Es wird erwartet, dass US-Verteidigungsminister Lloyd Austin die letzten offenen Fragen zur Übergabe und Stationierung des „Patriot“-Systems in der Ukraine zeitnah klärt und noch in dieser Woche eine Empfehlung abgibt. Auf deren Grundlage wird Präsident Joe Biden dann über den Transfer entscheiden. Wie der Fernsehsender CNN unter Berufung auf drei hohe Angestellte des Weißen Hauses berichtet, läuft alles auf eine Freigabe des leistungsstarken Abwehrsystems hinaus.

Russland hat die USA vor der Lieferung gewarnt. Wie andere schwere Waffen würden diese Komplexe für die russischen Streitkräfte zu „rechtmäßigen vorrangigen Zielen“, sagte die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, am Donnerstag.

Das US-Verteidigungsministerium will derweil die Ausbildung der Ukrainer:innen für das System im Eiltempo vornehmen. Aus dem Umfeld des Pentagon hieß es, als Standort sei das bayerische Grafenwöhr vorgesehen, wo Ukrainer:innen bereits an anderen Waffen ausgebildet werden.

Ausbildung in Bayern?

Wie viele „Patriot“-Batterien der Ukraine bereitgestellt werden können, blieb zunächst offen. In jedem Fall soll es zunächst ein System sein, dass bereits vor Ort ist. Die USA unterhalten 15 „Patriot“-Bataillone, von denen viele in Europa und im Nahen Osten stationiert sind. Mehr als ein Dutzend Verbündeter, auch Deutschland, haben das Luftabwehrsystem bereits beschafft.

Eine Einheit besteht aus mehreren mobilen Raketenwerfern, die je nach eingesetzter Munition mit vier und sechzehn Raketen bestückt werden können. Hinzu kommen Hochleistungsradars zur Verfolgung von Raketen, Drohnen, Flugzeugen oder Marschflugkörper sowie Fahrzeuge für Befehlsstand und Kommunikation. Insgesamt werden für eine Gefechtsbereitschaft einer Batterie etwa 90 Soldat:innen benötigt.

Die „Patriots“ haben je nach Munition mit einer Zielbekämpfung bis zu 160 Kilometern Entfernung einen größeren Wirkungsradius als die bereitgestellten Bodenluft-Raketen, die unter der Abkürzung Nasams bekannt sind. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte erst Anfang der Woche gebeten, modernere Waffen für die Abwehr der russischen Angriffe zu liefern. Am Mittwochabend sagte er in einer Videobotschaft dann: „Diese Woche haben wir einen bedeutenden Fortschritt in der Frage der Flugabwehr gemacht.“ Ob er damit das „Patriot“-System meinte, blieb offen. mit dpa

Kommentar Seite 11

Auch interessant

Kommentare