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Gegenoffensive: Drei Faktoren können für die Ukraine entscheidend sein

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Von: Nail Akkoyun

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Im Krieg erzielen die heimischen Truppen Fortschritte, doch Militär-Experte Mark Hertling rechnet mit gleich drei Problemen für die Ukraine.

Kiew/Washington D.C. – Der frühere US-General Mark Hertling hat auf Twitter die jüngsten Erfolge der Ukraine im Zuge ihrer Gegenoffensive gelobt, dabei aber auch mehrere „Bedenken“ geäußert. Während er die Vorstöße als „brillant“ bezeichnete, warnte er vor drei Faktoren, die dem ukrainischen Militär noch zum Verhängnis werden könnten:

So würden neben Befehlshabern auch Nachschub, Geheimdienstinformationen und Luftverteidigung das Tempo bestimmen. „In Wahrheit gibt es einige Teile der ukrainischen Streitkräfte, die nicht mit den Frontkämpfern ‚mithalten‘ können“, schrieb Hertling. „Das ist keine Beleidigung, sondern ein Verständnis der Streitkräfte der ukrainischen Armee. Im Moment müssen die Feldkommandeure der UA [ukrainische Armee] – obwohl sie sich über die Fortschritte freuen – das operative Tempo berücksichtigen.“

Dieses vom Pressedienst des ukrainischen Präsidenten veröffentlichte Bild zeigt ukrainische Soldaten, die an einer Zeremonie zur Hissung der Staatsflagge in der Stadt Isjum im Gebiet Charkiw teilnehmen.
Dieses vom Pressedienst des ukrainischen Präsidenten veröffentlichte Bild zeigt ukrainische Soldaten, die an einer Zeremonie zur Hissung der Staatsflagge in der Stadt Isjum im Gebiet Charkiw teilnehmen. © AFP

Gegenoffensive der Ukraine: AKW Saporischschja als „Black Swan“

Zu seiner zweiten Sorge, der Ermüdung, erklärte Hertling, dass die ukrainischen Truppen während ihrer Gegenoffensive vier bis fünf Tage lang angreifen könnten, „ohne zusammenzubrechen“. Seiner jahrelangen Erfahrung als General der US-Army zufolge würden Einheiten „anfangen zu versagen“, wenn sie am fünften Tag nicht ausgeruht sind. Die Streitkräfte im Ukraine-Krieg seien derzeit „wie ausgepeitscht“, früher oder später bräuchten die Truppen – trotz ihrer hohen Moral – ihre Pausen.

Doch wie sieht es mit den „Black Swans“ aus? Neben der prekären Lage am Atomkraftwerk Saporischschja, welche katastrophale Folgen nach sich ziehen könnte, stellte Mark Hertling auch die Frage in den Raum, wie die Ukraine mit der Gefangennahme Tausender russischer Kriegsgefangener umgehen würde.

Darüber hinaus sei die einbrechende Wirtschaft nicht außer Acht zu lassen. All dies seien Umstände, „über die man nachdenken muss, während wir alle die Aktionen der UA auf dem Schlachtfeld bejubeln“, schrieb der Ex-Militär. (nak)

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