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Ukraine bekommt im Krieg Unterstützung von belarussischen Exilanten

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Von: Jan Oeftger

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Zur Verteidigung gegen Russland kann die Ukraine auch auf Hilfe von der belarussischen Opposition setzen. Die Oppositionellen kämpfen ebenfalls für Freiheit.

Kiew – Die Ukraine bekommt im Ukraine-Krieg gegen Russland auch Unterstützung aus Belarus. Eigentlich gehört Belarus zu den engsten Verbündeten von Russland und Präsident Wladimir Putin. Doch aus der Opposition in Belarus regt sich Widerstand. Neben der Solidarität zu der Ukraine ist auch die eigene Freiheit ein Grund für den Kampf gegen Russland.

Die für die Ukraine kämpfenden Belarussen sind Teil des Kastuś Kalinoŭski Regiments. Dies ist eine Einheit des ukrainischen Militärs, die rein aus Belarussen besteht. Mindestens 16 davon sind im Krieg schon gestorben. Max ist einer der Soldaten, die für das Kastuś Kalinoŭski Regiment kämpfen. Wie er dem amerikanischen Nachrichtenmagazin Newsweek sagte, verließ er Belarus nur wenige Monate vor Kriegsbeginn.

In Belarus wurden schon zu Beginn des Krieges Panzer der Russen stationiert (Archivbild).
In Belarus wurden schon zu Beginn des Krieges Panzer der Russen stationiert (Archivbild). © Maxar Technologies/dpa

Ukraine-Krieg: Belarus-Exilanten kämpfen gegen Russland

„Ich bin aus Belarus geflohen, um dem Gefängnis zu entkommen, aber ich will nicht mehr davonlaufen“, sagte Max. Die russischen Soldaten würden einem ohnehin überall hin folgen. „Es ist besser, dein Leben als freier Mensch zu riskieren, als weiter wegzulaufen“ ergänzt Max. Eigentlich hatte er sich nach seinem Pflichtdienst in der belarussischen Armee dazu entschieden, nie wieder Militärdienst zu leisten. Jetzt riskiert er sein Leben an der Front.

Dabei sind er und seine weiteren Mitkämpfer aus Belarus unzureichend ausgerüstet. „Die wichtigste Waffe, die ich habe, ist eine Schaufel“, sagte er. Die belarussischen Exilanten um Max werden von Oppositionellen aus Belarus unterstützt. Sie wollen den Widerstand gegen den belarussischen Präsidenten und Putin-Verbündeten Alexander Lukaschenko fortführen.

Kampf „mit den Ukrainern gegen gemeinsamen imperialen Feind“

Aliaksei Frantzkewitsch, Leiter des belarussischen Krisenzentrums in Lemberg in der Ukraine, sagte zu Newsweek: „Seit dem 20. Februar dieses Jahres steht Belarus unter russischer militärischer Besatzung.“ Frantzkewitsch meint, dass Belarus nur frei sein kann, wenn Russland in der Ukraine besiegt worden ist. „Und so kämpfen wir hier zusammen mit den Ukrainern gegen unseren gemeinsamen imperialen Feind.“

Frantzkewitsch floh schon im August 2020 in die Ukraine. Damals wurde Lukaschenko mit 80,1 Prozent der Stimmen als Präsident wiedergewählt. Sowohl die EU als auch die USA und auch weite Teile der belarussischen zivilen Bevölkerung sahen die Wahl als unrechtmäßig an. Dennoch konnte sich Lukaschenko seitdem an der Macht halten. Einen Anteil daran hat auch die große Unterstützung Russlands.

Dem Oppositionellen Frantzkewitsch ist es wichtig zu erklären, dass es einen Unterschied zwischen Belarussen und Lukaschenko-Anhängern gebe. „Die Mehrheit der Menschen in Belarus ist gegen Lukaschenko“, erklärte er. „Deshalb gibt es in Belarus mehr als 3. 000 politische Gefangene, und deshalb werden jeden Tag mehr verhaftet.“ (Jan Oeftger)

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