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Er regiert mit harter Hand: Chinas Regierungschef Xi Jinping ordnete die Unterdrückung der Uiguren selbst an.

China

Uiguren: Muslime, von der islamischen Welt alleine gelassen

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China geht brutal gegen die Minderheit der Uiguren vor, die arabischen Staaten schweigen dazu – aus Angst vor der Macht Pekings.

Es ist der größte Archipel Gulag der Welt: Vor drei Jahren begann China, Angehörige der Uiguren in Hunderten von Lagern einzusperren – ein Schicksal, das mittlerweile mehr als eine Million Menschen teilen. Geheime Dokumente der Kommunistischen Partei Chinas, die westlichen Medien zugespielt wurden, belegen jetzt, dass die muslimische Minderheit im Nordwesten des Landes systematisch misshandelt und einer kollektiven Gehirnwäsche unterzogen wird.

Uiguren - Repressionskampagne Chinas in der Provinz Xinjiang

Während die Unterdrückung der Palästinenser durch Israel in der islamischen Welt regelmäßig zu empörten Anklagen führt, herrscht bei dem Leid der uigurischen Glaubensgenossen kollektives Schweigen. Als einzige Nation wagte sich Anfang des Jahres die Türkei vor, als Ankaras Außenministerium das chinesische Vorgehen als „große Schande für die Menschheit“ bezeichnete und forderte, „die Konzentrationslager zu schließen“. Schon im Juli bei seiner Chinareise jedoch blieb Staatschef Recep Tayyip Erdogan dann auffällig wortkarg und warnte davor, das Thema zu missbrauchen, um die Türkei und China zu entzweien. „Die Empfindlichkeiten beider Seiten“ müssten in dieser Frage berücksichtigt werden, sagte er.

Anlass für die drastische Repressionskampagne Chinas in der Provinz Xinjiang ist vor allem der islamische Glaube der turkstämmigen Bevölkerung, der die Menschen in den Augen der Machthaber von Peking allesamt zu Terrorverdächtigen macht.

Uiguren im Ausland:  China fahndet

Nur wer glaubwürdig dem Islam abschwört, Mandarin-Chinesisch lernt und einen Treueeid auf die Volksrepublik ablegt, kann darauf hoffen, wieder aus den Umerziehungslagern herauszukommen. Umgekehrt riskiert jeder, der einen Koran zu Hause hat, keinen Alkohol trinkt, einen Bart oder ein Kopftuch trägt, als Extremist verhaftet zu werden. Zudem lässt die Volksrepublik über ihre Botschaften weltweit nach Uiguren im Ausland fahnden, um sie – wenn möglich – mit Zwang zurückzuholen.

Dennoch gibt sich Pakistans Regierungschef Imran Khan ahnungslos und ließ erklären, er wisse „nicht viel über die Lebensumstände der Uiguren“. Auch aus dem Iran ist kein Wort der Kritik zu hören. Zahlreiche arabische Staaten unterzeichneten im Juli sogar eine Ergebenheitsadresse an das Reich der Mitte und lobten in einer diplomatischen Note an das UN-Menschenrechtskommissariat das Vorgehen Chinas gegen die Uiguren sowie dessen „bemerkenswerte Erfolge“ bei der Umsetzung der Menschenrechte.

Masseninternierung von Uiguren sei „richtig“

China habe das Recht, „für seine nationale Sicherheit Anti-Terrorkampagnen und De-Radikalisierungsprogramme durchzuführen“, unterstrich auch der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und nannte die Masseninternierung von Uiguren „richtig“. Schließlich gehört China im Ölgeschäft zu den Premiumkunden Saudi-Arabiens. Zudem erhoffen sich die nahöstlichen Staaten beträchtliche Wirtschaftsimpulse durch milliardenschwere Investitionen Chinas in die sogenannte Neue Seidenstraße. Allein mit Teheran wuchs das Handelsvolumen Pekings von zwei Milliarden Dollar im Jahr 2000 auf 27 Milliarden Dollar im Jahr 2017.

Die chinesischen Auslandsinvestitionen in der Islamischen Republik beliefen sich in den Jahren zwischen 2005 und 2018 auf insgesamt 27 Milliarden Dollar. Auch Saudi-Arabien, die Emirate, Ägypten und Algerien unterzeichneten mit der asiatischen Großmacht Verträge für strategische Partnerschaften. Auf dem jüngsten Treffen des „China Arab States Cooperation Forum“ (CASCF) 2018 sagte China der Region Kredite von insgesamt 23 Milliarden Dollar zu.

Uiguren in einem muslimischen Land - keinesfalls in Sicherheit

Von Pekings Wirtschaftskraft zu profitieren erhofft sich vor allem Ägypten. Das Land braucht immense Summen für seine neue Verwaltungshauptstadt mit fünf Millionen Einwohnern. Und so zeigt sich Kairo gegenüber delikaten chinesischen Ansinnen besonders willfährig.

Als einziger arabischer Staat nahm Ägypten in den vergangenen beiden Jahren uigurische Studenten fest und ließ sie von chinesischen Offiziellen verhören – eine Erfahrung, die die mehr als 90 Betroffenen wie ein Trauma erlebten, weil sie sich eigentlich in einem muslimischen Land vor ihren chinesischen Häschern sicher wähnten. Mindestens zwölf von ihnen wurden bisher aus Kairo abgeschoben. „Wer nach China zurückkommt, wird verhaftet und gefoltert“, zitierte eine uigurische Website einen der Studenten. Einige versuchten jetzt, aus Ägypten in die Türkei oder nach Malaysia zu entkommen. „Ich will nicht zurück nach China, ich bin Student und will mein Examen machen“, sagte einer. „Ich weiß nicht, warum wir von den ägyptischen Behörden so behandelt werden.“

China selbst behauptete zuletzt, Angehörige der muslimischen Minderheit aus den sogenannten Ausbildungszentren entlassen zu haben. Die Uiguren führen ein „glückliches Leben“.

Kommentar

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