Machtkampf

Ugandas Präsident auf dem Durchmarsch

  • Peter Rutkowski
    vonPeter Rutkowski
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Yoweri Museveni will sich für eine sechste Amtszeit von 2021 an bestätigen lassen.

Ungewöhnlich ist das Unterfangen von Ugandas langjährigem Präsidenten Yoweri Museveni beileibe nicht: Der „big man“, der vor Kraft und Macht strotzende Potentat, ist immer noch ein bestimmender Faktor des politischen Alltags allzu vieler Staaten in Afrika. Aber dass der einstige Rebellenführer, heute 75 Jahre alt, das Zepter nicht aus der Hand gibt, verlangt doch Beachtung.

Von langer Hand vorbereitet wurde das allemal: Seit 2005 ist die Verfassung Ugandas dahingehend geändert, dass ein Präsident – „der“ Präsident – nicht mehr nur zwei Amtszeiten hat. Und seit 2017 gibt es auch keine Altersgrenze mehr. Museveni herrscht über das ostafrikanische Land seit 1986.

Und erst jetzt wagt es ein ernsthafter Konkurrent, gegen den „big man“ anzutreten: Der vor allem bei den jüngeren Jahrgängen populäre Ex-Musiker Bobi Wine, mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi. Der Künstler repräsentiert den nächsten Versuch einer überall auf dem Kontinent entstehenden urbanen Mittelschicht – gut ausgebildet und darauf aus, in Frieden, Wohlstand und Freiheit zu leben –, das überkommene System aus Ex-Rebellen und Militärs an den Staatsspitzen zu beenden. Künstler besitzen den Vorteil, über die Grenzen aller Klassen und Volksgruppen hinweg akzeptiert zu werden – sehr viel eher denn uncharismatische Technokraten aus den Städten.

Der Gegenwind für Museveni ist aber auch aus einem anderen Grund bedeutsam: Lange wurden der Präsident und seine Partei National Resistance Movement (NRM) vom Ausland als Vorbilder eines neuen, aufgeklärteren Afrikas gehandelt, hochgelobt angesichts ihrer „großen Beiträge für das Land und für Afrika“, wie die NRM just der Agence France Presse übermittelte. Museveni befriedete auch wirklich Uganda nach Jahren von Staatsterror und Bürgerkrieg. Aber seitdem die NRM alle Macht im Lande innehat, mischt Museveni in zig Kriegen der Region – vor allem im Kongo – mit. Die meisten Ugander wollen das aber nicht länger hinnehmen.

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