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Uganda: Wie eine kleine Kirche LGBTQ-Menschen ein Zuhause gibt

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Zuhause ist, wo man sich weder ändern noch verstecken muss: Die 24-jährige Biba (links) wohnt seit zwei Monaten in der gemeinsamen Unterkunft.
Zuhause ist, wo man sich weder ändern noch verstecken muss: Die 24-jährige Biba (links) wohnt seit zwei Monaten in der gemeinsamen Unterkunft. © Felix Lill

In Uganda offen homosexuell zu leben, riskieren die wenigsten. Auch aus Angst vor der Polizei. Ausgerechnet eine christliche Kirche bietet Betroffenen einen Zufluchtsort.

Kampala – Wir sagen den Leuten, dass wir zur Rehabilitation hier sind“, sagt Biba und muss grinsen, als sie durch ihr neues Zuhause führt. Seit zwei Monaten bewohnt die 24-Jährige ein Zimmer in einem einfach eingerichteten Haus, das hinter einer Mauer versteckt ist. An einer sandigen Straße in einem Vorort von Kampala wollen Biba und ihre Mitbewohner so wenig Aufsehen erregen wie möglich. Dass alle, die hier leben, homo- oder bisexuell sind, einiges sich als trans Personen definieren, das sollte die Nachbarschaft lieber nicht wissen.

„Ich hatte Fotos und Pornos von lesbischen Frauen auf dem Handy“, erklärt die Frau in einem gefälschten FC-Barcelona-Trikot und sieht verlegen zum Hof. „Mein Vater hat mein Handy durchgesehen und es entdeckt. Damit war ich vor meiner Familie geoutet.“ Erst blieb Biba noch im Elternhaus, aber gut behandelt wurde sie nicht mehr, sagt sie. „Irgendwann verstand ich, dass es besser ist, wenn ich gehe. Ich war nicht mehr erwünscht zu Hause.“

In Wahrheit bietet dieses Heim keine Rehabilitationstherapie. Wie ihre fünf Mitbewohner ist Biba hier, damit sie sich eben nicht ändern muss, sondern sein kann, wie sie ist. Biba fühlt sich nicht zu Männern hingezogen, sondern zu Frauen. Genau wie sich die anderen hier nicht, wie es von ihnen gesellschaftlich erwartet wird, für Frauen interessieren, sondern für Männer. Diese für Biba eigentlich private Frage kann in ihrem Heimatland Uganda Leben ruinieren.

Homosexualität ist in dem ostafrikanischen 46-Millionen-Land eine Straftat.

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