Prozess gegen KZ-Wachmann

Überlebende widerspricht Wachmann

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Der Stutthof-Prozess gegen den ehemaligen Wachmann des KZ wird fortgesetzt.

Die andauernde Misshandlung der Gefangenen im Konzentrationslager Stutthof kann den SS-Männern auf den Wachtürmen nicht entgangen sein. Das erklärte eine 92-jährige Überlebende des Lagers am Dienstag beim Prozess gegen den ehemaligen SS-Wachmann Bruno D. vor dem Hamburger Landgericht. „Sie konnten sehen, wie wir geschlagen wurden, wie einem Gefangenen der Kopf zertrümmert wurde, wie wir zur Strafe für irgendetwas lange in der Kälte stehen gelassen wurden“, sagte die in Australien lebende Halina Strnad, die per Videovernehmung angehört wurde.

Die Jüdin, die von den Nazis zunächst ins Ghetto Litzmannstadt (Lódz), dann nach Auschwitz und schließlich 1944 in das Vernichtungslager bei Danzig deportiert worden war, widersprach damit dem Angeklagten. Der 93-Jährige, dem die Staatsanwaltschaft wegen seines Wachdiensts in Stutthof 5230-fache Beihilfe zum Mord vorwirft, hatte nur eingeräumt, dass er vom Wachturm aus viele Leichen gesehen habe. Er wisse aber nicht, wie diese Menschen gestorben seien.

Nachdem der vorangegangene Prozesstag wegen einer akuten Schwäche des Angeklagten hatte abgebrochen werden müssen, konnte Bruno D. der Verhandlung diesmal wieder in voller Länge folgen. Am Freitag wird das Verfahren mit der Vernehmung einer weiteren Überlebenden des Frauenlagers in Stutthof fortgesetzt. jft

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